Dein Instagram sieht großartig aus. Wunderschöne Fotos, tausende Likes, Komplimente für deine Präsentation. Aber am Ende des Monats bleibt nichts von deinem schönen Umsatz über. Das Problem: Ein fotogenes Gericht ist nicht automatisch ein rentables Gericht.
Die Instagram-Falle: schön aber teuer
Social Media hat die Gastronomie verändert. Gäste wählen Restaurants anhand von Fotos. Sie bestellen das Gericht, das am besten aussieht. Und du als Unternehmer möchtest gerne dieses perfekte Bild liefern.
Aber da lauert eine Falle:
- Extra Garnituren für das Foto kosten Geld
- Mehr Zutaten auf dem Teller = höhere Lebensmittelkosten
- Perfekte Präsentation kostet extra Zeit
- Spezielle Zutaten für Farbe sind oft teuer
? Beispiel:
Deine Signature-Pasta sieht auf Instagram wunderschön aus:
- Basis-Pasta: €3,20
- Extra Microgreens für Foto: €1,80
- Doppelte Portion Garnitur: €2,40
- Essbare Blüten: €2,10
Lebensmittelkosten: €9,50 auf €28,00 = 34%
Ohne Instagram-Extras: €3,20 = 11,4%
Warum wir das tun (und warum es gefährlich ist)
Du möchtest dein Geschäft promoten. Logisch. Schöne Fotos ziehen Gäste an. Aber viele Unternehmer vergessen, die Kosten einzurechnen:
Die emotionalen Gründe:
- Stolz auf deine Kreationen
- Wettbewerb mit anderen Restaurants
- Likes und Komplimente fühlen sich gut an
- "So gehört es sich in der Gastronomie"
Die geschäftliche Realität:
- Jede zusätzliche Garnitur kostet Geld
- Zeit für perfekte Präsentation = höhere Lohnkosten
- Spezielle Zutaten haben oft viel Verschwendung
- Fotogene Gerichte sind oft arbeitsintensiv
⚠️ Achtung:
Ein Gericht, das 1000 Likes bekommt aber 40% Lebensmittelkosten hat, kostet dich mehr als es einbringt. Diese Likes bezahlen deine Rechnungen nicht.
Die versteckten Kosten des perfekten Tellers
Was viele Unternehmer nicht verstehen: Diese schönen Extras kosten mehr als du denkst.
Direkte Kosten:
- Teurere Zutaten (Bio, Saison, Import)
- Mehr Verschwendung (empfindliche Produkte verderben schneller)
- Zusätzliche Portionen für das "perfekte Foto"
- Spezielle Werkzeuge und Materialien
Indirekte Kosten:
- Mehr Zeit pro Teller = weniger Couverts pro Abend
- Stress in der Küche durch Perfektionsanspruch
- Höhere Einkäufe durch spezielle Produkte
- Mehr Personal nötig für komplexe Gerichte
? Beispiel:
Dein Dessert wird auf Instagram viral. Folgen:
- Jeder bestellt dieses Dessert
- Zutatenkosten: €4,80 pro Portion
- Verkaufspreis: €12,50 inkl. MwSt. (€11,47 exkl.)
- Lebensmittelkosten: 42% - viel zu hoch
- 5 Minuten extra pro Portion = weniger andere Desserts
Ergebnis: Volle Gaststätte, aber weniger Gewinn pro Gast.
Wie du rentabel Instagram-würdig kochst
Du musst dich nicht zwischen schön ODER rentabel entscheiden. Aber du musst bewusst steuern.
Berechne zuerst, garniere dann:
- Lege eine maximale Lebensmittelkostenquote fest (zum Beispiel 30%)
- Berechne, was du für Zutaten ausgeben kannst
- Suche innerhalb dieses Budgets nach schönen Lösungen
- Teste verschiedene Präsentationen auf Kosten
Clevere Instagram-Tricks:
- Nutze günstige Farbakzente (Radieschen, Karotte, Rübe)
- Investiere in schönes Geschirr statt teure Zutaten
- Mache eine "Foto-Version" und eine "Service-Version"
- Konzentriere dich auf Techniken statt teure Produkte
? Beispiel:
Dieselbe Pasta, intelligenter präsentiert:
- Basis-Pasta: €3,20
- Kresse statt Microgreens: €0,40
- Normale Portion, schöner angerichtet: €0,00
- Radieschenscheiben für Farbe: €0,30
Neue Lebensmittelkosten: €3,90 auf €28,00 = 14%
Sieht immer noch wunderschön aus, aber 20 Prozentpunkte niedrigere Lebensmittelkosten.
Die Balance: Marketing vs. Marge
Instagram kann deinem Geschäft helfen zu wachsen. Aber nur wenn du die Kosten im Auge behältst.
Wann sich Instagram-Kosten amortisieren:
- Du bekommst regelmäßig mehr Gäste durch Social Media
- Gäste bestellen auch rentable Gerichte
- Du kannst höhere Preise wegen deines Images verlangen
- Die Fotos führen zu Catering-Aufträgen
Wann es Geld kostet:
- Nur Likes, keine zusätzlichen Gäste
- Gäste bestellen nur die fotogenen (teuren) Gerichte
- Du erhöhst deine Preise nicht mit den Kosten
- Zu viel Zeit für perfekte Präsentation
⚠️ Achtung:
Messe die Auswirkungen deiner Instagram-Bemühungen. Mehr Follower ist schön, aber mehr Gewinn ist besser. Überprüfe, ob diese schönen Fotos wirklich mehr Umsatz bringen.
Praktische Tipps für rentable Präsentation
So machst du Eindruck ohne deine Marge zu ruinieren:
Günstige visuelle Tricks:
- Bunte Gemüse als Garnitur (günstig, saisonal)
- Kräuter aus eigenem Garten oder Backen
- Kreative Verwendung von Saucen und Tropfen
- Interessante Formen und Texturen
Teure Fallstricke vermeiden:
- Keine essbaren Blüten, es sei denn, du berechnest sie ordentlich
- Keine doppelten Portionen "für das Foto"
- Keine Import-Spezialitäten ohne Preisaufschlag
- Keine Wegwerfprodukte, die nur für Show sind
Ein System wie KitchenNmbrs hilft dir, die tatsächlichen Kosten jedes Gerichts zu verfolgen, einschließlich aller Garnituren und Extras. So siehst du sofort, ob dein Instagram-perfekter Teller auch rentabel ist.
Verwandte Artikel
Wie berechnest du die tatsächlichen Kosten deines Instagram-Tellers?
Mache eine Liste ALLER Zutaten
Notiere jede Zutat, die auf den Teller kommt, einschließlich Garnituren, Saucen, Öl, Salz und Dekoration. Auch diese eine essbare Blüte und dieser Tropfen Trüffelöl zählen mit.
Berechne die Kosten pro Zutat
Suche den Einkaufspreis jeder Zutat auf und berechne, wie viel du pro Portion verwendest. Ein Gramm essbare Blüten kostet oft €0,50 oder mehr.
Addiere alles und berechne deine Lebensmittelkosten
Teile die gesamten Zutatenkosten durch deinen Verkaufspreis (exkl. MwSt.) und multipliziere mit 100. Über 35% wird es gefährlich für deine Marge.
✨ Pro tip
Mache einmal im Monat Fotos von all deinen Gerichten und berechne dann die Kosten. So vermeidest du, dass du jeden Tag teure Zutaten für Fotos verwendest, die niemand sieht.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich aufhören, schöne Teller für Instagram zu machen?
Wie kann ich meine Teller schön halten, ohne zu viel zu bezahlen?
Muss ich unterschiedliche Preise für Instagram-Gerichte berechnen?
Wie weiß ich, ob meine Instagram-Bemühungen Geld bringen?
Kann ich ein Gericht als Verlustbringer für Marketing nutzen?
Wie viel darf ich pro Gericht für Präsentation ausgeben?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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