Alkoholfreie Getränke bringen oft wenig Gewinn, sind aber wichtig für deine Gäste. Viele Gastronomen kämpfen mit diesem Gleichgewicht: du möchtest ein gutes Angebot, verdienst aber kaum daran. In diesem Artikel schauen wir uns alle Optionen an, um damit intelligenter umzugehen.
Warum alkoholfreie Getränke so wenig einbringen
Das Problem liegt in der Kostenstruktur. Eine Flasche alkoholfreies Bier kostet dich €1,20 Einkauf und verkaufst du für €3,50. Das sieht nach einer schönen Gewinnspanne aus, aber:
- Verkaufspreis ohne 19% MwSt.: €3,21
- Gewinn: €3,21 - €1,20 = €2,01 pro Flasche
- Aber: alkoholische Getränke bringen €4-6 Gewinn pro Glas
Der Unterschied wird noch größer bei Softdrinks vom Zapfhahn versus Premium-Cocktails.
💡 Beispielvergleich:
Gewinn pro Getränk:
- Cola (Flasche): €2,50 - €0,80 = €1,70
- Alkoholfreies Bier: €3,50 - €1,20 = €2,30
- Normales Bier: €4,50 - €1,40 = €3,10
- Hauswein: €6,00 - €1,80 = €4,20
- Cocktail: €12,00 - €3,50 = €8,50
Unterschied: alkoholfreie Optionen bringen 40-70% weniger Gewinn
Option 1: Preise erhöhen
Die direkteste Lösung ist, deine Preise anzupassen. Viele Betriebe berechnen zu wenig für alkoholfreie Alternativen.
- Alkoholfreies Bier: €4,50 statt €3,50
- Mocktails: €8-10 statt €6
- Frische Säfte: €5-6 statt €4
Gäste, die bewusst alkoholfrei wählen, sind oft bereit, mehr für Qualität zu zahlen.
⚠️ Achtung:
Teste Preiserhöhungen vorsichtig. Beginne mit 10-15% und beobachte, wie Gäste reagieren. Zu große Sprünge können abschreckend wirken.
Option 2: Günstigere Einkäufe finden
Suche nach Lieferanten mit besseren Preisen oder wechsle zu anderen Marken. Besonders bei alkoholfreiem Bier gibt es große Preisunterschiede zwischen Marken.
- Eigenmarken: oft 20-30% günstiger als A-Marken
- Großhandel: bessere Preise bei größeren Mengen
- Zapfanlage: für Softdrinks viel günstiger als Flaschen
💡 Beispiel Einsparung:
Alkoholfreies Bier pro Flasche:
- A-Marke: €1,20 Einkauf
- Eigenmarke: €0,85 Einkauf
- Einsparung: €0,35 pro Flasche
Bei 50 Flaschen/Woche: €910 Einsparung pro Jahr
Option 3: Mix-Strategie anwenden
Akzeptiere niedrigere Gewinnspannen bei alkoholfreien Getränken, aber kompensiere dies durch:
- Höhere Food-Gewinnspanne: rechne 2-3% extra Lebensmittelkosten ein
- Premium-Alkoholgetränke pushen: bei Gruppen, wo einige trinken
- Mocktails promoten: höhere Gewinnspanne als Flaschen
Diese Strategie funktioniert besonders gut, wenn alkoholfreie Gäste auch Essen bestellen.
Option 4: Eigene Kreationen machen
Selbstgemachte Mocktails und Limonaden haben viel bessere Gewinnspannen als fertige Produkte.
💡 Beispiel eigene Limonade:
Zutaten pro Glas:
- Zitronensaft: €0,30
- Zuckersirup: €0,15
- Mineralwasser: €0,40
- Garnierung: €0,20
Selbstkosten: €1,05 → Verkauf €6,00 → Gewinn €4,95
Option 5: Sortiment anpassen
Konzentriere dich auf alkoholfreie Optionen mit dem besten Gewinnpotenzial:
- Kaffee-/Tee-Spezialitäten: hohe Gewinnspanne, besonders Espresso-basiert
- Frische Säfte: bessere Gewinnspanne als Flaschen
- Kombucha/spezielle Getränke: Premium-Preisgestaltung möglich
- Selbstgemachter Eistee: viel günstiger als Flaschen
Streiche Optionen, die strukturell verlustbringend sind.
⚠️ Achtung:
Halte mindestens 3-4 alkoholfreie Optionen vor. Zu wenig Auswahl kann Gäste vergraulen, besonders bei Gruppen mit gemischten Vorlieben.
Die Zahlen durchrechnen
Welche Option am besten funktioniert, hängt von deiner Situation ab. Rechne aus, was jede Wahl für deine Gesamtgewinnspanne bedeutet.
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du pro Getränk die exakte Gewinnspanne berechnen und sehen, welche Anpassungen die meiste Auswirkung auf dein Gesamtergebnis haben.
Wie wählst du die beste Strategie? (Schritt für Schritt)
Analysiere deine aktuellen Gewinnspannen
Berechne die exakte Gewinnspanne pro alkoholfreiem Getränk. Berücksichtige alle Kosten: Einkauf, MwSt., eventuellen Schwund. Vergleiche dies mit deinen alkoholischen Getränken, um den Unterschied zu sehen.
Überprüfe deine Konkurrenz
Schaue, was vergleichbare Betriebe für alkoholfreie Optionen berechnen. Das gibt dir Einblick, wie viel Preisraum du hast, ohne Gäste zu verlieren.
Teste eine Anpassung nach der anderen
Beginne mit der einfachsten Option: günstigerer Einkauf oder kleine Preiserhöhung. Messe 4-6 Wochen lang die Auswirkung auf Verkauf und Gewinnspanne, bevor du weitermachst.
✨ Pro tip
Konzentriere dich auf ein alkoholfreies Signature-Getränk mit hoher Gewinnspanne. Eine selbstgemachte spezielle Limonade oder Eistee kann €4-5 Gewinn bringen und wird zu einem erkennbaren Teil deines Konzepts.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Kann ich alkoholfreie Getränke genauso teuer machen wie alkoholische?
Das hängt von deinem Konzept und deiner Zielgruppe ab. Premium-Restaurants können das oft, während Cafés mehr Preissensibilität sehen. Teste vorsichtig mit kleinen Erhöhungen.
Welche Gewinnspanne ist normal bei alkoholfreien Getränken?
Üblich sind 60-75% Gewinnspanne bei alkoholfreien Getränken, versus 75-85% bei alkoholischen Getränken. Der Unterschied kommt durch höhere Einkaufspreise pro Einheit.
Muss ich alkoholfreie Optionen anbieten, wenn sie wenig einbringen?
Ja, es ist wichtig für Inklusivität und Gruppen. Aber suche nach Optionen mit besseren Gewinnspannen oder kompensiere über andere Produkte.
Sind selbstgemachte Mocktails immer rentabler?
Meistens ja, aber rechne auch Arbeitskosten ein. Ein Mocktail, das 5 Minuten dauert, muss genug zusätzliche Gewinnspanne bringen, um diese Zeit zu rechtfertigen.
Wie verhindere ich, dass Gäste wegen höherer Preise wegbleiben?
Erhöhe schrittweise (10-15% pro Mal) und kommuniziere die Qualität. Frische Zutaten und schöne Präsentation rechtfertigen höhere Preise.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Treffen Sie bessere Entscheidungen mit echten Zahlen
Müssen Sie Ihre Speisekarte ändern? Preise erhöhen? Ein neues Konzept testen? KitchenNmbrs simuliert Szenarien mit Ihren eigenen Daten. 14 Tage kostenlos testen.
Kostenlose Testversion starten →