Kindermenüs haben oft eine höhere Lebensmittelkostenquote als Erwachsenengerichte, weil sie kleinere Portionen zu niedrigeren Preisen sind. Viele Restaurants berechnen €8-12 für ein Kindermenü, während die Zutaten €4-6 kosten, was einer Lebensmittelkostenquote von 40-50% entspricht. Dieser Artikel zeigt dir, wie du dieses Problem angehst, ohne Familien abzuschrecken.
Warum Kindermenüs oft unrentabel sind
Das Problem liegt in der Preisgestaltung. Du denkst: "Es ist nur ein kleiner Teller, also günstiger." Aber die Realität ist anders:
- Dieselben Zutaten wie bei Erwachsenengerichten
- Oft zusätzliche Arbeit (separate Zubereitung, spezielle Präsentation)
- Niedrigerer Preis wegen "Kinderfreundlichkeit"
💡 Beispiel:
Kindermenü Hähnchennuggets mit Pommes für €9,50 (inkl. 9% MwSt.):
- Hähnchennuggets: €2,20
- Pommes: €0,80
- Soße: €0,30
- Gemüsegarnitur: €0,70
Gesamtzutaten: €4,00 auf €8,72 ohne MwSt. = 46% Lebensmittelkostenquote
Überprüfe zunächst deine aktuelle Situation
Bevor du Maßnahmen ergreifst, misst du genau, wie schlimm das Problem ist:
- Berechne die genaue Lebensmittelkostenquote jedes Kindermenüs
- Zähle alle Zutaten auf (auch Soße und Garnitur)
- Vergleiche mit deinen Erwachsenengerichten
Eine Lebensmittelkostenquote über 35% ist problematisch. Über 40% verlierst du wahrscheinlich Geld bei jedem verkauften Kindermenü.
Strategie 1: Intelligente Zutatenwahl
Verwende günstigere Zutaten, die Kindern schmecken:
💡 Beispiel Zutatenwechsel:
Statt frischem Hähnchenbrust (€18/kg) verwendest du:
- Hähnchenschenkel entbeint (€8/kg) - Kinder bemerken keinen Unterschied
- Ersparnis pro Portion: €1,50
- Neue Lebensmittelkostenquote: 29% statt 46%
Weitere intelligente Wahlen:
- Pasta statt Reis (günstiger, Kinder mögen es lieber)
- Saisonales Gemüse statt exotisches Gemüse
- Selbstgemachte Soßen statt Markenprodukte
Strategie 2: Preisanpassung
Erhöhe den Preis, aber mach es intelligent:
- Erhöhe um €1-2 pro Kindermenü
- Füge etwas hinzu, das Eltern schätzen (zusätzliches Gemüse, Obst)
- Kommuniziere den Mehrwert
⚠️ Achtung:
Erhöhe nicht mehr als €2 auf einmal. Eltern sind preissensibel bei Kindermenüs und du möchtest Familien nicht abschrecken.
Strategie 3: Bundling und Upselling
Mache Kindermenüs Teil eines größeren Ganzen:
- Familien-Deals: 2 Erwachsene + 1 Kindermenü zum Festpreis
- Kindermenü + Getränk + Dessert als Paket
- Kostenloses Kindermenü bei Bestellung über bestimmtem Betrag
So kompensierst du die niedrige Marge des Kindermenüs mit höherem Umsatz pro Tisch.
Strategie 4: Operative Effizienz
Mache Kindermenüs weniger arbeitsintensiv:
💡 Beispiel Effizienz:
Bereite Kindermenüs mit denselben Grundzutaten wie Erwachsenengerichte zu:
- Gleiche Pasta, kleinere Portion
- Gleiche Soße, andere Präsentation
- Kein separater Mise-en-place-Prozess
Wann du Kindermenüs abschaffen solltest
Manchmal ist es besser, mit Kindermenüs aufzuhören:
- Wenn die Lebensmittelkostenquote strukturell über 45% bleibt
- Wenn Familien ohnehin kleine Portionen von der regulären Karte bestellen
- Wenn dein Konzept sich nicht für Familien eignet
Viele Restaurants bieten einfach halbe Portionen der regulären Gerichte zu 70% des Preises an.
Wie gehst du gegen hohe Lebensmittelkosten bei Kindermenüs vor? (Schritt für Schritt)
Messe die tatsächliche Lebensmittelkostenquote
Berechne genau, was jedes Kindermenü an Zutaten kostet. Zähle alles auf: Hauptgericht, Beilagen, Soßen, Garnitur. Teile durch den Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100 für den Prozentsatz.
Analysiere die größten Kostentreiber
Schau, welche Zutaten am meisten kosten. Oft sind das Fleisch oder Fisch. Überprüfe, ob du günstigere Alternativen verwenden kannst, die Kindern genauso schmecken, wie Hähnchenschenkel statt Hähnchenbrust.
Teste eine Anpassung nach der anderen
Versuche zuerst Zutatenwechsel, dann Preiserhöhung, dann Bundling. Messe nach jeder Anpassung, ob deine Lebensmittelkostenquote sinkt, ohne dass du Familien verlierst. Strebe maximal 35% Lebensmittelkostenquote an.
✨ Pro tip
Überprüfe zuerst deine 3 meistverkauften Kindermenüs. Wenn diese rentabel werden, hast du 80% deines Problems gelöst und kannst den Rest später angehen.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine akzeptable Lebensmittelkostenquote für Kindermenüs?
Strebe maximal 35% an, wie bei Erwachsenengerichten. Zwischen 30-35% ist gut, über 40% verlierst du wahrscheinlich Geld bei jedem verkauften Kindermenü.
Kann ich Kindermenüs teurer machen, ohne Kunden zu verlieren?
Ja, aber erhöhe maximal €1-2 pro Mal und füge Wert hinzu (zusätzliches Gemüse, Obst, bessere Präsentation). Kommuniziere, was Eltern für den höheren Preis extra bekommen.
Sollte ich Kindermenüs ganz abschaffen, wenn sie unrentabel sind?
Nicht sofort. Versuche zuerst Zutattenoptimierung und intelligente Preisgestaltung. Schaffe sie nur ab, wenn Familien auch mit halben Portionen von der regulären Karte zufrieden sind.
Wie berechne ich, ob ein Familien-Deal rentabel ist?
Addiere alle Zutattenkosten (Erwachsenengerichte + Kindermenü), teile durch den Gesamtpreis des Deals ohne MwSt. Stelle sicher, dass das Gesamtergebnis unter 32% Lebensmittelkostenquote bleibt.
Welche Zutaten sind kinderfreundlich und günstig?
Pasta, Kartoffeln, Hähnchenschenkel, Hackfleisch, Saisonales Gemüse und selbstgemachte Soßen. Vermeide teure Zutaten wie frischen Fisch oder Bio-Fleisch in Kindermenüs.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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