Ein Restaurant zu starten beginnt mit finanzieller Planung. Viele Unternehmer unterschätzen die Startkosten und haben keine Rücklagen für die ersten Monate. In diesem Artikel lernst du, welche finanziellen Schritte du vor der Eröffnung unternehmen musst.
Berechne deine Gesamtstartinvestition
Bevor du ein Restaurant startest, musst du wissen, wie viel Geld du brauchst. Nicht nur für die Einrichtung, sondern auch für die ersten Monate, in denen du noch keinen Gewinn machst.
💡 Beispiel: Bistro mit 40 Plätzen
Startkosten für ein durchschnittliches Bistro:
- Einrichtung und Küchengeräte: €45.000
- Umbau und Anpassungen: €25.000
- Genehmigungen und Lizenzen: €3.000
- Erste Vorräte: €5.000
- Marketing und Eröffnung: €7.000
- Rücklagen erste 6 Monate: €30.000
Gesamt: €115.000
Lege deine monatlichen Fixkosten fest
Deine Fixkosten laufen weiter, auch wenn du keinen Umsatz machst. Diese musst du ab Tag 1 bezahlen können.
- Miete: Normalerweise deine größte Kostenposition (15-25% des erwarteten Umsatzes)
- Personal: Mindestens 1 Chef + 1 Bedienung zum Start
- Versicherungen: Haftung, Inventar, Ausfallschutz
- Energie: Gas, Wasser, Strom (3-6% des Umsatzes)
- Abschreibungen: Geräte und Einrichtung
⚠️ Achtung:
Rechne mit mindestens 6 Monaten Fixkosten als Rücklagen. Die meisten Restaurants machen erst nach 6-12 Monaten Gewinn.
Bestimme deinen Break-Even-Punkt
Dein Break-Even-Punkt ist die Anzahl der Couverts, die du brauchst, um deine Kosten zu decken. Dies gibt dir ein realistisches Bild davon, was du verkaufen musst.
Break-Even-Formel:
Fixkosten pro Monat / (Durchschnittliche Rechnung - Variable Kosten pro Couvert)
💡 Beispielberechnung:
Bistro mit €12.000 Fixkosten pro Monat:
- Durchschnittliche Rechnung: €28,00
- Food cost (30%): €8,40
- Variable Kosten: €10,40
- Marge pro Couvert: €17,60
Break-Even: €12.000 / €17,60 = 682 Couverts pro Monat
Das sind etwa 23 Gäste pro Tag bei 30 Arbeitstagen.
Plane deinen Cashflow für die ersten 12 Monate
In den ersten Monaten hast du mehr Ausgaben als Einnahmen. Plane dies im Voraus, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.
- Monat 1-3: Normalerweise Verlust durch Startkosten und niedrige Auslastung
- Monat 4-6: Auslastung wächst, aber noch kein Gewinn
- Monat 7-12: Erste positive Monate, aber Gewinn geht zur Schuldentilgung
Sorge für ausreichend Betriebskapital
Betriebskapital ist das Geld, das du für den täglichen Betrieb brauchst. Denke an Vorräte, Lohnzahlungen, bevor du Umsatz erhältst.
💡 Betriebskapital berechnen:
Für ein Restaurant mit €25.000 Monatsumsatz:
- Vorräte (1 Woche): €1.800
- Vorausbezahlte Löhne: €6.000
- Lieferanten (2 Wochen Kredit): €3.600
Minimales Betriebskapital: €11.400
Wähle deine Finanzierungsform
Die meisten Restaurants kombinieren verschiedene Finanzierungsformen. Jede hat Vor- und Nachteile.
- Eigenkapital: Keine Zinsen, aber begrenzt verfügbar
- Bankdarlehen: Oft 70-80% der Investition, Rest Eigenkapital
- Leasing: Für teure Küchengeräte, verteilt Kosten
- Familie/Freunde: Flexibel, kann aber Beziehungen belasten
⚠️ Achtung:
Banken verlangen normalerweise 20-30% Eigenkapital. Stelle sicher, dass dieses Geld wirklich verfügbar ist, nicht von anderen geliehen.
Wie erstellst du einen Finanzplan? (Schritt für Schritt)
Erstelle eine vollständige Kostenliste
Liste alle Startkosten auf: Einrichtung, Geräte, Umbau, Genehmigungen, erste Vorräte und Marketing. Vergiss keine kleinen Posten wie Besteck, Geschirr und Reinigungsmittel.
Berechne deine monatlichen Fixkosten
Addiere Miete, Personal, Versicherungen, Energie und Abschreibungen. Das sind deine Kosten, die du jeden Monat hast, unabhängig von deinem Umsatz.
Bestimme deinen Break-Even-Punkt
Teile deine Fixkosten durch deine Marge pro Couvert. Dies gibt dir die Mindestanzahl der Gäste, die du monatlich brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Plane deinen Cashflow für 12 Monate
Erstelle für jeden Monat einen Überblick über erwartete Einnahmen und Ausgaben. Rechne konservativ und plane für fallende Umsätze in den ersten Monaten.
Sorge für eine finanzielle Rücklagen
Plane mindestens 6 Monate Fixkosten als Rücklagen. Dies gibt dir Sicherheit und verhindert, dass du sofort in Schwierigkeiten gerätst, wenn der Umsatz sinkt.
✨ Pro tip
Starten Sie ab Tag 1 mit einer einfachen Kostenkalkulations-App wie KitchenNmbrs. So wissen Sie sofort, ob Ihre Gerichte rentabel sind und müssen nicht später feststellen, dass Sie zu wenig verlangen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Eigenkapital brauche ich, um ein Restaurant zu starten?
Für ein durchschnittliches Restaurant brauchst du €25.000-50.000 Eigenkapital. Banken verlangen normalerweise 20-30% Eigenkapital der Gesamtinvestition.
Wann erreicht ein neues Restaurant die Gewinnschwelle?
Die meisten Restaurants erreichen nach 6-12 Monaten die Gewinnschwelle. In den ersten Monaten machst du oft Verlust durch Startkosten und niedrige Auslastung.
Muss ich ein Kassensystem kaufen, bevor ich öffne?
Ja, ein Kassensystem ist für die Steuern erforderlich und hilft dir, sofort Einblick in deinen Umsatz und beliebte Gerichte zu bekommen.
Wie berechne ich mein Betriebskapital?
Betriebskapital ist etwa 1-2 Wochen Umsatz. Addiere Vorräte, vorausbezahlte Löhne und Lieferantenkredite. Für €100.000 Jahresumsatz sind €4.000-6.000 Betriebskapital realistisch.
Welche Versicherungen sind für ein Restaurant erforderlich?
Mindestens eine Haftpflichtversicherung und eine Inventarversicherung. Auch eine Rechtsschutzversicherung ist empfehlenswert für Arbeitsrecht und Lieferantendispute.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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