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📝 Rezeptentwicklung & neue Gerichte · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie berechne ich, ob Selbermachen günstiger ist als ein Halbfertigprodukt für ein neues Gericht zu kaufen?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Selbermachen versus Einkaufen ist oft eine Kostenfrage, die über Gewinn oder Verlust entscheidet. Viele Küchen entscheiden nach Gefühl, aber die echten Kosten stecken in Details, die man leicht übersieht. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, welche Wahl finanziell am klügsten für dein neues Gericht ist.

Warum diese Berechnung entscheidend ist

Eine falsche Wahl zwischen Selbermachen und Einkaufen kann dir tausende Euro pro Jahr kosten. Halbfabrikate wirken teurer, aber wenn du Arbeitskosten einrechnest, kann Einkaufen günstiger sein. Umgekehrt gilt dasselbe: Selbermachen wirkt günstiger, kostet aber oft mehr Zeit als du denkst.

💡 Beispiel:

Du überlegst, Mayonnaise selbst zu machen versus Hellmann's für deine Burger zu kaufen:

  • Selbermachen: €0,12 pro Portion an Zutaten
  • Hellmann's: €0,28 pro Portion
  • Aber Selbermachen kostet 15 Minuten für 20 Portionen

Welche ist wirklich günstiger?

Sammle alle Kosten für Selbermachen

Beginne mit den Zutatenkosten, aber addiere auch die versteckten Kosten, die oft vergessen werden.

Zutatenkosten pro Portion:

  • Alle Rohstoffe (einschließlich Salz, Pfeffer, Öl)
  • Verschwendung bei der Zubereitung (5-10% Aufschlag)
  • Schnittabfall wo zutreffend

Arbeitskosten pro Portion:

  • Vorbereitungszeit × Stundensatz Koch
  • Aufräumzeit × Stundensatz
  • Zeit für Einkauf zusätzlicher Zutaten

⚠️ Achtung:

Rechne mit dem echten Stundensatz einschließlich Sozialabgaben. Für einen Koch mit €15 brutto pro Stunde rechnest du etwa €20 pro Stunde Gesamtkosten.

Berechne die Kosten des Halbfabrikats

Halbfabrikate haben oft versteckte Kosten zusätzlich zum Einkaufspreis, die du in deinen Vergleich einbeziehen musst.

Direkte Kosten:

  • Einkaufspreis pro Portion
  • Eventuell Verpackungskosten
  • Zusätzliche Lieferkosten für spezielle Produkte

Indirekte Kosten:

  • Lagerfläche (Kühlung/Gefrierschrank)
  • Energiekosten für Lagerung
  • Verschwendung durch kurze Haltbarkeit

💡 Beispielberechnung Mayonnaise:

Selbermachen (20 Portionen Charge):

  • Zutaten: €2,40 (€0,12 pro Portion)
  • Arbeit: 15 Min × €20/Stunde = €5,00 (€0,25 pro Portion)
  • Gesamt Selbermachen: €0,37 pro Portion

Hellmann's kaufen: €0,28 pro Portion

Fazit: Einkaufen ist €0,09 pro Portion günstiger

Vergleiche Qualität und Konsistenz

Kosten sind nicht alles. Qualität und Konsistenz beeinflussen deine Gastzufriedenheit und damit deinen Umsatz langfristig.

Vorteile Selbermachen:

  • Vollständige Kontrolle über Zutaten
  • Einzigartiger Geschmack als Unterscheidungsmerkmal
  • Flexibilität bei saisonalen Anpassungen

Vorteile Halbfabrikat:

  • Immer die gleiche Qualität
  • Keine Abhängigkeit von Kochfähigkeiten des Teams
  • Schneller und einfacher in stressigen Zeiten

Mache die endgültige Berechnung

Addiere alle Kosten und vergleiche nicht nur pro Portion, sondern auch auf Jahresbasis, um den echten Unterschied zu sehen.

💡 Beispiel Jahresberechnung:

Wenn du 50 Burger pro Woche verkaufst (2.600 pro Jahr):

  • Unterschied: €0,09 pro Portion
  • Pro Jahr: €0,09 × 2.600 = €234 Ersparnis durch Einkaufen
  • Plus: 65 Stunden weniger Arbeit pro Jahr

Einkaufen gewinnt deutlich

Nutze diese Formel: (Kosten Selbermachen - Kosten Einkaufen) × Anzahl Portionen pro Jahr = Jährlicher Unterschied

Wann du dich für Selbermachen entscheidest

Trotz höherer Kosten kann Selbermachen in bestimmten Situationen die richtige Wahl sein.

  • Dein Signature-Gericht braucht einen einzigartigen Geschmack
  • Gäste schätzen die Handwerklichkeit und zahlen dafür extra
  • Du hast viele ruhige Momente, in denen der Koch ohnehin anwesend ist
  • Es gibt kein geeignetes Halbfabrikat in der Qualität, die du möchtest

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit realistischen Zeitschätzungen. Köche unterschätzen oft, wie lange die Zubereitung wirklich dauert, besonders wenn sie es nicht täglich machen.

Wie berechnest du Selbermachen vs. Einkaufen? (Schritt für Schritt)

1

Berechne alle Kosten für Selbermachen

Addiere Zutatenkosten und Arbeitskosten. Rechne €20 pro Stunde Gesamtarbeitskosten und addiere 5-10% Verschwendung bei Zutaten.

2

Berechne Gesamtkosten des Halbfabrikats

Nimm den Einkaufspreis pro Portion und addiere eventuell zusätzliche Kosten wie spezielle Lagerung oder kürzere Haltbarkeit.

3

Vergleiche auf Jahresbasis

Multipliziere den Unterschied pro Portion mit deinem erwarteten Jahresvolumen. Das zeigt die echte finanzielle Auswirkung.

✨ Pro tip

Teste beide Optionen 2 Wochen in der Praxis, bevor du dich endgültig entscheidest. Oft stellst du fest, dass die Zeitschätzung nicht stimmt oder dass Gäste eine klare Vorliebe haben.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich Arbeitskosten einrechnen, wenn mein Koch ohnehin anwesend ist?

Ja, immer. Diese Zeit könnte er auch für andere Aufgaben nutzen. Rechne mit den echten Kosten pro Stunde einschließlich Sozialabgaben.

Wie rechne ich mit saisonalen Schwankungen bei Zutatenpre isen?

Nimm den Durchschnitt über das Jahr, oder berechne pro Saison separat. Achte besonders auf Produkte, die mehr als 30% im Preis schwanken.

Was ist, wenn ich kein geeignetes Halbfabrikat finden kann?

Dann fällt die Wahl weg und du machst es selbst. Konzentriere dich dann auf effiziente Zubereitung: größere Chargen, intelligente Planung, richtige Ausrüstung.

Wie oft sollte ich diese Berechnung wiederholen?

Mindestens 1x pro Jahr, oder wenn Lieferanten Preise ändern. Bei großen Schwankungen bei Zutatenpre isen häufiger überprüfen.

Muss ich Energiekosten für die Zubereitung einrechnen?

Bei großen Unterschieden ja. Frittieren kostet mehr Energie als Zusammenstellen. Bei kleinen Unterschieden kannst du das meist vernachlässigen.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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