Bei Lieferkonzepten mit einer Spezialität wie Pizza oder Burgern bestimmt deine Marge vor allem das Verhältnis zwischen Zutatenkosten und Verkaufspreis, minus die Plattformgebühren. Viele Unternehmer vergessen die Verpackungskosten und Lieferplattform-Gebühren einzurechnen, wodurch ihre tatsächliche Marge viel niedriger ausfällt als gedacht. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Rentabilität deines Lieferkonzepts berechnest.
Warum die Margenberechnung bei Lieferung anders ist
Ein Lieferkonzept hat andere Kostenstellen als ein traditionelles Restaurant. Du hast keinen Service und weniger Overhead, aber dafür Plattformgebühren und Verpackungsmaterial. Dies beeinflusst deine Margenberechnung direkt.
- Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts gehen an Thuisbezorgd, Uber Eats oder andere Plattformen
- Verpackungskosten: Boxen, Tüten, Aufkleber und Besteck kosten €0,50-€1,50 pro Bestellung
- Höhere Lebensmittelkosten akzeptabel: Durch niedrigere Personalkosten kannst du 30-38% Lebensmittelkosten haben
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit Zutatenkosten und vergessen die Plattformgebühr. Dann sieht deine Marge wie 70% aus, aber tatsächlich sind es 45%.
Die vollständige Kostenstruktur einer Lieferbestellung
Für eine realistische Margenberechnung addierst du alle Kosten, die zu einer Bestellung gehören:
- Zutatenkosten: Alles, was in das Gericht geht
- Verpackungskosten: Box, Tüte, Besteck, Servietten, Aufkleber
- Plattformgebühren: Prozentsatz, der an die Lieferplattform geht
- Lieferkosten: Falls du selbst lieferst: Treibstoff + Abschreibung
💡 Beispiel Pizzabestellung:
Pizza Margherita via Thuisbezorgd für €12,50 (inkl. 9% MwSt.)
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €11,47
- Zutaten Pizza: €3,20
- Verpackung (Box + Tüte): €0,40
- Plattformgebühr (25%): €2,87
- Gesamtkosten: €6,47
Netto-Marge: €11,47 - €6,47 = €5,00 (43,6%)
Plattformgebühren korrekt berechnen
Lieferplattformen berechnen normalerweise einen Prozentsatz des gesamten Bestellwerts, einschließlich MwSt. Dieser Prozentsatz variiert je nach Plattform und kann bei höheren Volumen verhandelt werden.
- Thuisbezorgd: 13-35% je nach Paket und Volumen
- Uber Eats: 15-30% + Fixkosten pro Bestellung
- Deliveroo: 25-35% je nach Region
Rechne immer mit dem Prozentsatz deines Brutto-Bestellwerts (einschließlich MwSt.), auch wenn du deine Margenberechnung exklusive MwSt. machst.
💡 Beispiel Plattformgebühren:
Bestellung von €20,00 inkl. MwSt. bei 25% Plattformgebühr:
- Plattformgebühren: €20,00 × 0,25 = €5,00
- Du erhältst: €15,00
- Minus MwSt.: €15,00 / 1,09 = €13,76 exkl. MwSt.
Achtung: Plattform rechnet über €20, du rechnest Marge über €13,76
Verpackungskosten pro Bestellung
Verpackung scheint eine kleine Kostenposition zu sein, aber summiert sich schnell auf. Bei 100 Bestellungen pro Tag sparen €0,20 pro Verpackung €6.000 pro Jahr.
- Pizza: Box €0,25, Tüte €0,05 = €0,30 insgesamt
- Burger: Box €0,15, Fritten-Box €0,10, Tüte €0,05 = €0,30 insgesamt
- Sushi: Spezielle Boxen €0,40, Wasabi/Ingwer €0,15 = €0,55 insgesamt
- Extras: Besteck €0,05, Servietten €0,02, Aufkleber €0,03
⚠️ Achtung:
Berücksichtige auch: zusätzliche Saucen, Besteck, Servietten. Diese "kleinen" Kosten können €0,10-€0,20 pro Bestellung ausmachen.
Mindestbestellwert bestimmen
Mit allen bekannten Kosten kannst du berechnen, welcher Mindestbestellwert erforderlich ist, um rentabel zu sein. Dies hilft beim Festlegen von Lieferminimums.
Angenommen, du hast Fixkosten von €5,00 pro Bestellung (Plattform + Verpackung) und möchtest 20% Netto-Marge, dann brauchst du mindestens €25,00 Bestellwert bei 30% Lebensmittelkosten.
💡 Beispiel Break-Even-Berechnung:
Gewünschte Netto-Marge: 20%
- Lebensmittelkosten: 30%
- Fixkosten pro Bestellung: €5,00
- Sonstige Kosten: 10%
- Gesamtkostenprozentsatz: 70%
Mindestbestellwert: €5,00 / 0,50 = €10,00 exkl. MwSt. (€10,90 inkl.)
Verschiedene Margen pro Gericht optimieren
In einem Lieferkonzept mit einer Spezialität hast du normalerweise verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Margen. Konzentriere dich auf die Bewerbung von Hochmarge-Artikeln.
- Basis-Pizza/Burger: Niedrigere Marge, aber Volume-Treiber
- Premium-Varianten: Höhere Marge durch teurere Zutaten, die du stärker weitergibst
- Beilagen und Getränke: Oft die höchste Marge (60-80%)
- Combo-Angebote: Durchschnittliche Marge, aber höherer Bestellwert
Analysiere, welche Artikel am meisten bestellt werden und was sie einbringen. Bewirbe Hochmarge-Artikel über deine App oder Website.
Wie berechnest du die Marge bei deinem Lieferkonzept? (Schritt für Schritt)
Berechne alle Kosten pro Bestellung
Addiere: Zutatenkosten + Verpackungskosten + Plattformgebühr (Prozentsatz des Brutto-Bestellwerts). Vergiss keine kleinen Kosten wie zusätzliche Saucen, Besteck und Aufkleber.
Bestimme deine Netto-Einnahme pro Bestellung
Ziehe die Plattformgebühr vom Brutto-Bestellwert ab und rechne in exkl. MwSt. um. Dies ist der Betrag, über den du deine Marge berechnest: (Bestellwert - Plattformgebühr) / 1,09.
Berechne dein Netto-Marge-Prozentsatz
Formel: (Netto-Einnahme - Alle Kosten) / Netto-Einnahme × 100. Eine gesunde Marge für Lieferkonzepte liegt zwischen 35-50% nach allen Kosten.
✨ Pro tip
Konzentriere dich auf deine Top 3 meistverkauften Artikel und optimiere zuerst deren Margen. Wenn diese stimmen, hast du 80% deines Umsatzes unter Kontrolle.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine realistische Marge für ein Lieferkonzept?
Eine Netto-Marge von 35-50% nach allen Kosten (einschließlich Plattformgebühren) ist realistisch. Dies ist niedriger als Restaurants vor Ort, aber du hast auch weniger Personalkosten.
Sollte ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Berechne deine Marge immer exklusive MwSt. Plattformen berechnen ihre Gebühr über den Preis einschließlich MwSt., aber deine Marge berechnest du über das, was du netto erhältst, geteilt durch 1,09.
Wie oft sollte ich meine Preise anpassen?
Überprüfe mindestens monatlich deine Margen pro Gericht. Wenn Zutaten teurer werden oder Plattformen ihre Gebühren erhöhen, passe deine Preise sofort an, um deine Marge zu halten.
Sind Verpackungskosten wirklich so wichtig?
Ja, bei €0,50 Verpackung pro Bestellung und 3000 Bestellungen pro Monat kostet dich das €18.000 pro Jahr. Berücksichtige immer alle Verpackungskosten in deiner Berechnung.
Kann ich unterschiedliche Margen pro Plattform festlegen?
Ja, viele Unternehmer berechnen höhere Preise auf Plattformen mit höheren Gebühren. Stelle sicher, dass du mindestens die gleiche Netto-Marge auf jeder Plattform behältst.
Was ist, wenn meine Marge zu niedrig ausfällt?
Erhöhe deine Preise, verhandle über niedrigere Plattformgebühren bei höherem Volumen, oder konzentriere dich auf Hochmarge-Artikel wie Getränke und Beilagen, um deine durchschnittliche Bestellmarge zu erhöhen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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