Die Kostpreis einer Lieferbestellung ist viel höher als nur deine Zutaten. Plattformgebühren, Verpackung, Lieferkosten und kleinere Bestellgrößen fressen deine Marge auf. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt alle versteckten Kosten zu berechnen, damit du weißt, was jede Bestellung wirklich kostet.
Alle Kostenpositionen einer Lieferbestellung
Eine Lieferbestellung hat mehr Kostenpositionen als eine Restaurantbestellung. Viele Unternehmer schauen nur auf Zutaten, vergessen aber den Rest.
- Zutaten: Deine normale Lebensmittelkosten
- Verpackung: Behälter, Taschen, Besteck, Servietten
- Plattformgebühr: 15-30% deines Bestellwerts
- Zahlungskosten: 2-4% des Bestellwerts
- Arbeit: Verpacken und Vorbereitung zur Lieferung
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden über deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet. Du zahlst also auch Gebühren über die MwSt., die du abführen musst.
Verpackungskosten genau berechnen
Verpackung scheint günstig zu sein, aber summiert sich schnell. Rechne alles ein, was mit der Bestellung geht:
- Hauptverpackung (Behälter, Karton)
- Beilagenbehälter
- Saucenbehälter
- Besteck und Servietten
- Tragetaschen
- Aufkleber und Etiketten
💡 Beispiel Verpackungskosten:
Pasta Carbonara Bestellung:
- Hauptbehälter: €0,45
- Saucenbehälter: €0,15
- Besteckset: €0,25
- Tragetasche: €0,12
- Aufkleber: €0,03
Gesamtverpackung: €1,00
Plattformgebühren durchrechnen
Lieferando, Uber Eats und andere Plattformen berechnen 15-30% Provision. Diese wird über deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet.
Formel Plattformgebühr:
Plattformgebühr = Bestellwert inkl. MwSt. × Plattformprozentsatz
💡 Beispiel Plattformgebühr:
Bestellung von €24,00 inkl. MwSt. bei 25% Plattformgebühr:
- Plattformgebühr: €24,00 × 0,25 = €6,00
- Du erhältst: €24,00 - €6,00 = €18,00
- Davon musst du noch MwSt. abführen: €18,00 / 1,09 = €16,51 exkl. MwSt.
Tatsächlicher Erhalt exkl. MwSt.: €16,51
Gesamtkostpreis berechnen
Jetzt addierst du alle Kosten zusammen und vergleichst mit dem, was du tatsächlich erhältst.
Formel gesamte Liefer-Lebensmittelkosten:
Liefer-Lebensmittelkosten % = (Zutaten + Verpackung) / Erhalt exkl. MwSt. × 100
💡 Vollständiges Beispiel:
Pasta Carbonara €24,00 auf Plattform (25% Gebühr):
- Zutaten: €5,10
- Verpackung: €1,00
- Plattformgebühr: €6,00
- Erhalt: €18,00 inkl. MwSt. = €16,51 exkl. MwSt.
Liefer-Lebensmittelkosten: (€5,10 + €1,00) / €16,51 × 100 = 37,0%
Zum Vergleich: im Restaurant würde dies 31,1% sein.
Akzeptable Liefer-Lebensmittelkosten
Durch Plattformgebühren und Verpackung liegen deine Lebensmittelkosten bei Lieferung höher als in deinem Restaurant. Übliche Bereiche:
- Restaurant-Lebensmittelkosten: 28-35%
- Liefer-Lebensmittelkosten: 35-45%
- Grenze: Über 45% wird es schwierig, profitabel zu sein
⚠️ Achtung:
Lieferpreise müssen höher sein als Restaurantpreise, um die gleiche Marge zu erreichen. Rechne 15-25% Aufschlag, um Plattformgebühren zu kompensieren.
Monatliche Kontrollroutine
Überprüfe monatlich deine Lieferzahlen, um die Kontrolle über deine Margen zu behalten:
- Gesamte Plattformeinnahmen vs. erhaltener Betrag
- Durchschnittliche Bestellwert pro Plattform
- Verpackungskosten als % der Einnahmen
- Lebensmittelkosten deiner 5 meistverkauften Liefergerichte
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du diese Berechnungen automatisieren, sodass du sofort siehst, was jede Lieferbestellung wirklich bringt, ohne manuell zu rechnen.
Wie berechnest du die Kostpreis pro Lieferbestellung? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Verpackungskosten
Addiere alle Verpackungen, die mit der Bestellung gehen: Hauptbehälter, Beilagenbehälter, Saucenbehälter, Besteck, Servietten, Tragetaschen und Aufkleber. Berechne die genauen Kosten pro Artikel.
Berechne deinen tatsächlichen Erhalt
Ziehe die Plattformgebühr von deinem Bestellwert ab und rechne auf exkl. MwSt. um. Formel: (Bestellwert - Plattformgebühr) / 1,09 für Lebensmittel mit 9% MwSt.
Berechne die gesamten Liefer-Lebensmittelkosten
Teile Zutaten + Verpackung durch deinen tatsächlichen Erhalt exkl. MwSt. und multipliziere mit 100. Dies gibt dir deinen tatsächlichen Lebensmittelkostenprozentsatz für Lieferbestellungen.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Lebensmittelkosten bei deinen 3 meistverkauften Liefergerichten jeden Monat. Wenn diese unter 40% bleiben, geht es dir gut für den Rest deines Menüs.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Warum sind meine Liefer-Lebensmittelkosten höher als in meinem Restaurant?
Durch Plattformgebühren (15-30%) und Verpackungskosten erhältst du weniger von jedem Euro, den der Kunde bezahlt. Deshalb liegen akzeptable Liefer-Lebensmittelkosten zwischen 35-45% statt 28-35%.
Muss ich MwSt. in meine Plattformgebührenberechnung einbeziehen?
Plattformgebühren werden über deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet. Du zahlst also auch Provision über die MwSt., die du an das Finanzamt abführen musst.
Wie viel teurer dürfen meine Lieferpreise sein?
Rechne 15-25% Aufschlag auf deine Restaurantpreise, um Plattformgebühren zu kompensieren. Sonst verdienst du weniger pro Gericht als bei direktem Verkauf in deinem Lokal.
Wie oft muss ich meine Lieferkosten überprüfen?
Überprüfe monatlich deine Plattformgebühren, Verpackungskosten und Lebensmittelkosten deiner meistverkauften Liefergerichte. Plattformen passen ihre Tarife regelmäßig an.
Zählen Lieferkosten zu meinen Lebensmittelkosten?
Nein, Lieferkosten sind eine separate Kostenposition. Lebensmittelkosten bestehen aus Zutaten + Verpackung geteilt durch deinen tatsächlichen Erhalt exkl. MwSt. nach Abzug von Plattformgebühren.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Food-Cost-Kontrolle für Lieferung und Dark Kitchens
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