Lieferplattformen berechnen 25-35% Provision auf deinen Bestellwert, was deine Gewinnmarge drastisch senken kann. Viele Restaurantbesitzer vergessen diese Kosten in ihre Kostenkalkulation einzubeziehen und verlieren so unbewusst Geld. In diesem Artikel lernst du genau, wie du die Auswirkungen der Plattformprovision berechnest und deine Preise anpasst, um profitabel zu bleiben.
Was ist Plattformprovision und warum beeinträchtigt sie deine Marge?
Lieferplattformen wie Thuisbezorgd und Uber Eats berechnen Provision auf jede Bestellung. Diese Provision kommt zusätzlich zu deinen normalen Kosten hinzu und verringert direkt deine Gewinnmarge.
💡 Beispiel:
Du verkaufst eine Pasta für €16,00 über eine Lieferplattform:
- Bestellwert: €16,00
- Plattformprovision 30%: €4,80
- Dein Erlös: €11,20
Du verlierst €4,80 pro Bestellung an Provision.
Das bedeutet, dass du nicht mehr €16,00 erhältst, sondern nur €11,20. Deine Lebensmittelkostenberechnung muss daher auf diesem niedrigeren Betrag basieren.
Wie berechnest du deine neuen Lebensmittelkosten mit Plattformprovision?
Die Formel wird angepasst, weil dein tatsächlicher Erlös niedriger ist:
Tatsächliche Lebensmittelkostenquote % = (Ingredientenkosten / (Verkaufspreis - Plattformprovision)) × 100
💡 Beispielberechnung:
Pasta Carbonara über Lieferplattform:
- Menüpreis: €16,00
- Plattformprovision 30%: €4,80
- Tatsächlicher Erlös: €11,20
- Ingredientenkosten: €4,50
Lebensmittelkosten: (€4,50 / €11,20) × 100 = 40,2%
Ohne Plattform wäre dies 28,1% gewesen!
⚠️ Achtung:
Eine Lebensmittelkostenquote von 40%+ bedeutet, dass du wahrscheinlich Verlust mit diesem Gericht machst. Nach Abzug von Personal, Miete und anderen Kosten bleibt nichts übrig.
Strategie 1: Preise für Lieferplattformen erhöhen
Die meisten Restaurants erhöhen ihre Preise auf Lieferplattformen, um die Provision auszugleichen. So berechnest du die erforderliche Erhöhung:
Neuer Preis = Gewünschter Erlös / (1 - Provisionsquote%)
💡 Beispiel Preiserhöhung:
Du möchtest €16,00 bei 30% Provision erhalten:
- Berechnung: €16,00 / (1 - 0,30) = €16,00 / 0,70
- Neuer Plattformpreis: €22,86
- Preiserhöhung: €6,86 (43%)
Jetzt erhältst du wieder deinen gewünschten €16,00 pro Bestellung.
Strategie 2: Akzeptiere höhere Lebensmittelkosten, spare bei anderen Kosten
Einige Restaurants akzeptieren höhere Lebensmittelkosten bei Lieferungen, weil sie bei folgendem sparen:
- Bedienung: Keine Servicekosten, weniger Personal erforderlich
- Abwasch: Einwegverpackung bedeutet weniger Abwasch
- Saalkosten: Keine Tische, Stühle, Geschirr zu beschädigen
- Energie: Weniger Beleuchtung und Heizung im Gastraum
💡 Kostenverlagerung:
Was du zusätzlich zahlst vs. was du sparst:
- Zusätzlich: 30% Plattformprovision + €0,50 Verpackung
- Einsparung: €2,00 Bedienung + €0,30 Abwasch + €0,20 Energie
- Nettodifferenz: kann immer noch profitabel sein
Vergiss Verpackungskosten nicht
Neben der Plattformprovision entstehen Verpackungskosten, die deine Lebensmittelkosten weiter erhöhen:
- Behälter: €0,15 - €0,40 pro Stück
- Taschen: €0,05 - €0,15 pro Bestellung
- Besteck: €0,10 - €0,20 pro Set
- Servietten und Saucen: €0,05 - €0,10
⚠️ Achtung:
Addiere Verpackungskosten zu deinen Ingredientenkosten. Eine Pasta von €4,50 + €0,35 Verpackung kostet dich tatsächlich €4,85 pro Portion.
Wann ist Lieferung noch profitabel?
Lieferung bleibt profitabel, wenn deine Gesamtkosten (Lebensmittel + Verpackung + Provision) unter 65-70% deines Bestellwerts bleiben. Darüber wird es schwierig, deine Fixkosten zu decken.
💡 Break-Even-Check:
Pasta von €22,86 auf Lieferplattform:
- Plattformprovision 30%: €6,86
- Ingredienzen + Verpackung: €4,85
- Gesamte direkte Kosten: €11,71
- Prozentsatz: 51% des Bestellwerts
Das lässt 49% für Personal, Miete und Gewinn übrig - das kann funktionieren.
Wie berechnest du die Auswirkungen der Plattformprovision? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen tatsächlichen Erlös
Ziehe die Plattformprovision von deinem Menüpreis ab. Bei €20 Menüpreis und 30% Provision erhältst du €14. Dies ist der Betrag, mit dem du rechnen musst.
Addiere alle Kosten zusammen
Rechne Ingredientenkosten + Verpackungskosten zusammen. Vergiss nichts: Behälter, Taschen, Besteck, Servietten. Dies sind deine gesamten direkten Kosten pro Bestellung.
Berechne deinen tatsächlichen Kostenprozentsatz
Teile deine Gesamtkosten durch deinen tatsächlichen Erlös und multipliziere mit 100. Wenn dies über 65% liegt, erhöhe dann deine Preise oder passe dein Konzept an.
✨ Pro tip
Überprüfe, welche deiner Gerichte auf Lieferplattformen am besten abschneiden, und konzentriere dein Marketing darauf. Einfache Gerichte mit niedrigen Ingredientenkosten können Plattformprovision besser verkraften als komplexe Zubereitungen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich unterschiedliche Preise für Lieferung und Abholung haben?
Ja, das ist üblich. Viele Restaurants berechnen 20-40% höhere Preise auf Lieferplattformen, um die Provision auszugleichen. Kunden erwarten dies mittlerweile.
Was ist, wenn meine Konkurrenten auf der Plattform günstiger sind?
Überprüfe, ob sie Verlust machen oder ein anderes Kostenmodell haben. Manchmal ist es besser, selektiv zu sein, welche Gerichte du über Plattformen anbietest.
Kann ich die Plattformprovision von meiner MwSt. abziehen?
Ja, Plattformprovision ist eine Betriebsausgabe, die du abziehen kannst. Bewahre alle Abrechnungen der Plattformen als Nachweis für deine Buchhaltung auf.
Wie oft ändern sich Plattformprovisions-Tarife?
Plattformen können ihre Tarife anpassen, normalerweise mit einer Kündigungsfrist. Überprüfe deine Verträge regelmäßig und passe deine Preise an, wenn Provisionen steigen.
Ist es besser, einen eigenen Lieferdienst zu starten?
Das hängt von deinem Volumen ab. Unter 50 Bestellungen pro Tag ist ein eigener Lieferdienst normalerweise teurer als Plattformprovision. Rechne die Kosten für Lieferanten, Versicherung und Systeme durch.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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