Pfand auf wiederverwendbaren Verpackungen kann dir helfen, Kosten zu decken und Nachhaltigkeit zu fördern. Viele Gastronomiebetriebe kämpfen mit Einwegverpackungen, die teuer sind und schlecht für die Umwelt. Du kannst selbst entscheiden, ob und wie viel Pfand du verlangst, aber es gibt praktische Grenzen, was Kunden akzeptieren.
Was ist Pfand auf wiederverwendbaren Verpackungen?
Pfand ist ein Betrag, den Kunden zusätzlich zu ihrer Bestellung für wiederverwendbare Verpackungen zahlen. Sie bekommen dieses Geld zurück, wenn sie die Verpackung sauber zurückbringen. Das Ziel: weniger Abfall und niedrigere Verpackungskosten für dich.
Im Gegensatz zu Pfand auf Flaschen (das gesetzlich geregelt ist) kannst du bei eigenen wiederverwendbaren Verpackungen selbst bestimmen:
- Ob du Pfand verlangst
- Wie hoch das Pfand ist
- Für welche Verpackungen es gilt
- Unter welchen Bedingungen du es zurückgibst
Wie bestimmst du die Höhe des Pfands?
Die Höhe deines Pfands hängt von drei Faktoren ab: dem Einkaufspreis der Verpackung, wie oft du sie wiederverwenden kannst, und was Kunden bereit sind zu zahlen.
💡 Beispielberechnung:
Wiederverwendbare Salatschale kostet €3,50 pro Stück
- Erwartete Wiederverwendung: 20 Mal
- Kosten pro Verwendung: €3,50 ÷ 20 = €0,18
- Einwegschale würde kosten: €0,35
- Einsparung pro Verwendung: €0,17
Logisches Pfand: €2,00 - €3,00
Das Pfand muss hoch genug sein, damit Kunden die Mühe auf sich nehmen, die Verpackung zurückzubringen, aber nicht so hoch, dass sie bei der Bestellung abspringen.
Übliche Pfandsätze pro Verpackungstyp
Verschiedene Verpackungen erfordern unterschiedliche Pfandsätze. Hier sind die Beträge, die viele Gastronomiebetriebe verlangen:
- Kleine Behälter (Suppe, Soße): €0,50 - €1,00
- Mahlzeitbehälter: €1,50 - €2,50
- Große Salatschalen: €2,00 - €3,00
- Wiederverwendbare Trinkbecher: €1,00 - €2,00
- Thermobehälter: €5,00 - €10,00
⚠️ Achtung:
Zu hohes Pfand schreckt Kunden ab. Zu niedriges Pfand führt dazu, dass sie die Verpackung nicht zurückbringen. Teste verschiedene Beträge und schaue, was funktioniert.
Praktische Überlegungen beim Pfand
Bevor du Pfand einführst, überlege dir die praktische Seite. Du brauchst ein System, um zu verfolgen, wer was ausgeliehen hat, und dein Personal muss wissen, wie es funktioniert.
Verwaltung: Halte fest, welcher Kunde welche Verpackung hat. Das kann über dein Kassensystem, eine App oder ein einfaches Logbuch erfolgen.
Hygiene: Lege klare Anforderungen fest, in welchem Zustand Verpackungen zurückgebracht werden müssen. Schmutzige oder beschädigte Verpackungen kannst du ablehnen.
Kommunikation: Erkläre Kunden, warum du Pfand verlangst und wie das System funktioniert. Viele Menschen stehen dazu positiv, wenn sie es verstehen.
💡 Beispielkommunikation:
"Wir verlangen €2,00 Pfand für diese wiederverwendbare Verpackung. Bring sie sauber zurück und du bekommst dein Geld zurück. So sparen wir zusammen bei Einwegverpackungen."
Finanzielle Auswirkungen von Pfand
Pfand kann deine Verpackungskosten deutlich senken, aber nur wenn genug Kunden die Verpackungen zurückbringen. Rechne vorher aus, was es dir bringt.
Angenommen, du verkaufst 100 Mahlzeiten pro Woche in wiederverwendbaren Behältern zu €2,50 pro Stück. Bei 70% Rückgabe:
- 70 Behälter kommen zurück → Wiederverwendung
- 30 Behälter kommen nicht zurück → €75 Verlust
- Einwegbehälter würden kosten: 100 × €0,35 = €35
- Netto-Einsparung: €35 - €75 = -€40 (Verlust!)
Bei 90% Rückgabe wird es rentabel: €35 - €25 = €10 Gewinn pro Woche.
⚠️ Achtung:
Wiederverwendbare Verpackungen sind nur bei hohen Rückgabequoten finanziell interessant. Fang klein an und teste erst mit einem begrenzten Sortiment.
Rechtliche Aspekte von Pfand
Bei eigenen wiederverwendbaren Verpackungen kannst du selbst über das Pfand entscheiden. Es gibt keine gesetzlichen Mindest- oder Höchstbeträge. Du musst aber klar über deine Bedingungen sein.
Gib immer an:
- Wie hoch das Pfand ist
- Innerhalb welcher Frist Verpackungen zurückgebracht werden müssen
- In welchem Zustand sie sein müssen
- Wo sie zurückgebracht werden können
Auf deinem Kassenbon muss das Pfand separat aufgeführt sein, damit Kunden wissen, was sie bezahlt haben und zurückbekommen können.
Wie bestimmst du den richtigen Pfandsatz? (Schritt für Schritt)
Berechne die Kosten pro Verwendung
Teile den Einkaufspreis deiner wiederverwendbaren Verpackung durch die erwartete Anzahl der Wiederverwendungen. Ein Behälter für €3,00, der 15 Mal verwendet wird, kostet €0,20 pro Verwendung.
Vergleiche mit Einwegkosten
Schau, was eine Einwegverpackung für das gleiche Gericht kosten würde. Wenn das €0,30 ist und wiederverwendbar €0,20 kostet, sparst du €0,10 pro Verwendung bei 100% Rückgabe.
Lege das Pfand fest
Wähle einen Betrag zwischen 50% und 100% des Einkaufspreises der Verpackung. Das muss hoch genug sein, um Rückgaben zu fördern, aber nicht so hoch, dass Kunden abspringen.
✨ Pro tip
Fang mit einem Verpackungstyp an und teste verschiedene Pfandsätze. Schau nach einem Monat, wie deine Rückgabequote ist, und passe bei Bedarf an. Besser klein anfangen als groß scheitern.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. auf Pfand berechnen?
Nein, auf Pfand zahlst du keine MwSt. Es ist eine Kaution, die du zurückgibst. Nur wenn die Verpackung nicht zurückkommt und du das Pfand behältst, wird es steuerpflichtig.
Was ist, wenn ein Kunde die Verpackung beschädigt zurückbringt?
Du kannst selbst bestimmen, unter welchen Bedingungen du Pfand zurückgibst. Teile dies vorher klar mit. Leichte Abnutzung ist normal, aber beschädigte Verpackungen kannst du ablehnen.
Wie halte ich fest, wer welche Verpackung hat?
Das kann über dein Kassensystem, eine einfache App oder manuell mit Quittungen erfolgen. Wichtig ist, dass du kontrollieren kannst, wer Anspruch auf Pfandrückerstattung hat.
Kann ich unterschiedliche Pfandsätze verlangen?
Ja, du kannst pro Verpackungstyp einen anderen Pfandsatz verlangen. Größere oder teurere Verpackungen rechtfertigen höheres Pfand als kleine Behälter.
Welche Rückgabequote ist realistisch?
Bei guter Kommunikation und angemessenem Pfand erreichen viele Gastronomiebetriebe 70-85% Rückgabe. Fang vorsichtig mit deinen Berechnungen an und rechne mit 70%, um Enttäuschungen zu vermeiden.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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