Ein Standortwechsel kann deine Mietkosten drastisch senken, aber auch deinen Umsatz beeinflussen. Viele Restaurantbetreiber kämpfen mit hohen Mietpreisen und denken über einen Umzug an einen günstigeren Ort nach. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, ob ein Umzug finanziell sinnvoll ist.
Warum der Standort für deinen Gewinn so entscheidend ist
Dein Standort bestimmt zwei große Kostenpositionen: Miete und Umsatz. Eine günstigere Miete hilft direkt deiner Marge, aber weniger Kunden können deinen Gewinn am Ende senken. Die Kunst liegt darin, beide Faktoren gegeneinander abzuwägen.
💡 Beispiel:
Restaurant in der Innenstadt vs. Vorstadt:
- Innenstadt: €8.000/Monat Miete, 120 Couverts/Tag
- Vorstadt: €4.000/Monat Miete, 80 Couverts/Tag
- Durchschnittliche Rechnung: €28
Innenstadt Umsatz: 120 × €28 × 26 Tage = €87.360/Monat
Vorstadt Umsatz: 80 × €28 × 26 Tage = €58.240/Monat
Die Break-Even-Berechnung für einen Standortwechsel
Um zu bestimmen, ob sich ein Umzug lohnt, berechnest du den Break-Even-Punkt. Dies ist der Umsatzpunkt, bei dem beide Standorte gleich rentabel sind.
Formel:
Break-Even-Umsatz = (Aktuelle Miete - Neue Miete) / Bruttowinstmarge %
💡 Beispielberechnung:
Situation:
- Aktuelle Miete: €8.000/Monat
- Neue Miete: €4.000/Monat
- Bruttowinstmarge: 65% (nach Lebensmittelkosten und variablen Kosten)
Break-Even: (€8.000 - €4.000) / 0,65 = €6.154/Monat
Du darfst maximal €6.154 Umsatz verlieren, um quitt zu spielen.
Versteckte Umzugskosten
Ein Umzug bringt einmalige und laufende Kosten mit sich, die du in deine Berechnung einbeziehen musst.
- Einmalige Kosten: Umzug, Renovierung, neue Genehmigungen, Marketing
- Laufende Kosten: möglicherweise höhere Lieferkosten, andere Lieferanten, Marketing, um neue Kunden zu gewinnen
- Umsatzverlust: in den ersten Monaten oft niedrigerer Umsatz durch Unbekanntheit
⚠️ Achtung:
Rechne mit mindestens 3-6 Monaten Aufbauphase, in der dein Umsatz 20-40% niedriger liegt. Dies kann deine Liquidität stark belasten.
Umsatzszenarien durchrechnen
Erstelle drei Szenarien: optimistisch, realistisch und pessimistisch. So siehst du die Bandbreite möglicher Ergebnisse.
💡 Beispielszenarien:
Aktueller Umsatz: €80.000/Monat
- Optimistisch: 90% Erhalt = €72.000/Monat
- Realistisch: 75% Erhalt = €60.000/Monat
- Pessimistisch: 60% Erhalt = €48.000/Monat
Bei €4.000 Mietunterschied hast du €6.154 'Spielraum'. Alle Szenarien bleiben über diesem Punkt, also ist ein Umzug wahrscheinlich klug.
Alternative Lösungen in Betracht ziehen
Bevor du umziehst, prüfe, ob deine aktuelle Miete gesenkt werden kann. Viele Vermieter verhandeln lieber, als einen guten Mieter zu verlieren.
- Fordere eine Mietreduktion von deinem Vermieter an
- Prüfe, ob du Untervermietung machen kannst (Mittag/Abend vs. Frühstück/Aperitif)
- Überprüfe, ob du mehr Umsatz aus deinem aktuellen Standort generieren kannst (Lieferung, Catering, Events)
Die Rolle von Zahlen bei dieser Entscheidung
Diese Berechnung erfordert genaue Zahlen über deine aktuellen Winstmargen, Fixkosten und variablen Kosten. Ohne gute Daten ist es Glücksspiel.
Mit einem System wie KitchenNmbrs siehst du genau, welche Bruttowinstmarge du pro Gericht hast und kannst verschiedene Szenarien durchrechnen. Dies gibt dir Sicherheit bei einer so großen Entscheidung.
Wie berechnest du, ob ein Umzug sinnvoll ist? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuelle Bruttowinstmarge
Addiere alle variablen Kosten (Lebensmittelkosten, Verpackung, Lieferung) und ziehe sie von 100% ab. Diesen Prozentsatz verwendest du in der Break-Even-Formel.
Bestimme den Mietunterschied pro Monat
Ziehe die neue Miete von deiner aktuellen Miete ab. Dieser Betrag ist deine monatliche Einsparung, die du für Umsatzverluste 'einbüßen' kannst.
Berechne den Break-Even-Umsatzverlust
Teile den Mietunterschied durch deinen Bruttowinstmarge-Prozentsatz. Dies ist der maximale Umsatzverlust, den du haben kannst, ohne schlechter dazustehen.
Schätze realistische Umsatzszenarien ein
Erstelle drei Szenarien für deinen neuen Umsatz: optimistisch, realistisch und pessimistisch. Vergleiche diese mit deinem Break-Even-Punkt.
Rechne Umzugskosten und Aufbauphase ein
Addiere alle einmaligen Kosten und rechne mit 3-6 Monaten niedrigerem Umsatz. Überprüfe, ob deine Liquidität dies verkraften kann.
✨ Pro tip
Teste deinen neuen Standort zuerst mit einem Pop-up oder temporären Format, wenn möglich. So bekommst du echte Zahlen statt Schätzungen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Umsatz darf ich bei einer Mietreduktion von €3.000 verlieren?
Das hängt von deiner Bruttowinstmarge ab. Bei 65% Marge darfst du €4.615/Monat Umsatz verlieren (€3.000 / 0,65). Bei 70% Marge sind das €4.286/Monat.
Wie lange dauert es, bis ein neuer Standort auf volle Auslastung läuft?
Im Durchschnitt 3-12 Monate, je nach deinem Konzept und Marketing. Restaurants in Wohngebieten sind oft schneller bekannt als in Geschäftsvierteln.
Muss ich Jahreszeiten bei dieser Berechnung berücksichtigen?
Ja, verwende deinen durchschnittlichen Monatsumsatz über ein ganzes Jahr. Sommerterrassen oder winterliche Wohlfühlküche können deine Zahlen verzerren, wenn du nur kürzlich schaust.
Ist es besser, über die Miete zu verhandeln als umzuziehen?
Oft ja. Vermieter haben auch Kosten bei Leerstand und Suche nach neuen Mietern. Eine Mietreduktion von 10-20% ist oft einfacher als umzuziehen.
Wie rechne ich Umzugskosten in diese Entscheidung ein?
Verteile einmalige Umzugskosten auf 2-3 Jahre. Wenn ein Umzug €30.000 kostet, addiere dann €1.000/Monat zu deiner Break-Even-Berechnung hinzu.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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