Branding- und Marketingkosten sind Teil deiner Gesamtkostenstruktur und müssen daher in deinen Großhandelspreis einkalkuliert werden. Viele Hersteller vergessen diese Kosten oder rechnen sie zu niedrig ein, wodurch sie letztendlich Verlust mit ihren Produkten machen. In diesem Artikel lernst du genau, wie du diese Kosten berechnest und in deinen Verkaufspreis einkalkulierst.
Was fällt unter Branding- und Marketingkosten?
Branding und Marketing sind alle Kosten, die du aufwendest, um dein Produkt bekannt zu machen und zu verkaufen. Denk dabei an:
- Logo und Verpackungsdesign: Grafikdesign, Fotografie, Etiketten
- Website und Webshop: Entwicklung, Wartung, Hosting
- Marketingmaterialien: Flyer, Broschüren, Visitenkarten
- Online-Marketing: Google Ads, Facebook-Anzeigen, SEO
- Messen und Events: Standkosten, Reisekosten, Werbematerial
- Muster und Kostproben: Kostenlose Produkte für potenzielle Kunden
⚠️ Achtung:
Rechne nicht nur die direkten Kosten, sondern auch deine eigene Zeit ein. Wenn du 20 Stunden pro Woche für Marketing aufwendest, ist das auch eine Kostenposition.
Berechne deine gesamten jährlichen Marketingkosten
Erstelle einen Überblick über alle marketingbezogenen Ausgaben pro Jahr. Addiere alles, was du aufwendest, um deine Produkte bekannt zu machen.
💡 Beispiel jährliche Marketingkosten:
Ein kleiner Saucenhersteller hat diese Kosten pro Jahr:
- Website und Webshop-Wartung: €1.200
- Verpackungsdesign-Updates: €800
- Online-Anzeigen: €2.400
- Messen und Kostproben: €1.800
- Muster und Kostproben: €600
Gesamt: €6.800 pro Jahr
Verteile Marketingkosten auf deine Produktion
Deine gesamten Marketingkosten teilst du durch die Anzahl der Einheiten, die du pro Jahr produzierst und verkaufst. So erhältst du die Marketingkosten pro Produkt.
Formel: Marketingkosten pro Einheit = Gesamte jährliche Marketingkosten / Anzahl verkaufter Einheiten pro Jahr
💡 Beispielberechnung:
Der Saucenhersteller verkauft 8.500 Flaschen pro Jahr:
- Gesamte Marketingkosten: €6.800
- Anzahl Flaschen: 8.500
- Pro Flasche: €6.800 / 8.500 = €0,80
Jede Flasche muss €0,80 Marketingkosten decken
Addiere Marketingkosten zu deinen Kosten
Deine Gesamtkostpreis besteht aus mehreren Komponenten, die du alle wieder verdienen musst. Marketingkosten sind eine davon.
Gesamtkostpreis = Produktionskosten + Verpackungskosten + Marketingkosten + Gemeinkosten
- Produktionskosten: Zutaten, Arbeit, Energie
- Verpackungskosten: Flasche, Etikett, Karton, Versand
- Marketingkosten: Wie oben berechnet
- Gemeinkosten: Miete, Versicherung, Verwaltung
💡 Beispiel Gesamtkostpreis:
Pro Flasche Sauce à 250ml:
- Produktionskosten: €1,20
- Verpackungskosten: €0,45
- Marketingkosten: €0,80
- Gemeinkosten: €0,35
Gesamtkostpreis: €2,80 pro Flasche
Berechne deinen Großhandelspreis mit Gewinnmarge
Dein Großhandelspreis muss nicht nur deine Kosten decken, sondern auch Gewinn bringen. Eine übliche Gewinnmarge für Lebensmittelhersteller liegt zwischen 25% und 40%.
Großhandelspreis = Gesamtkostpreis / (1 - Gewünschte Gewinnmarge %)
💡 Beispiel Großhandelspreis:
Mit einer gewünschten Gewinnmarge von 30%:
- Gesamtkostpreis: €2,80
- Gewünschte Marge: 30%
- Berechnung: €2,80 / (1 - 0,30) = €2,80 / 0,70 = €4,00
Großhandelspreis: €4,00 pro Flasche
Aktualisiere regelmäßig deine Marketingkosten
Marketingkosten sind nicht statisch. Sie verändern sich je nach Saison, bei neuen Produkteinführungen oder wenn du wächst. Überprüfe mindestens jedes Quartal, ob deine Berechnung noch stimmt.
- Bei Wachstum: Marketingkosten pro Einheit sinken oft (Skaleneffekt)
- Bei neuen Produkten: Höhere Marketingkosten am Anfang
- Bei Saisonspitzen: Mehr Marketing in Stoßzeiten
⚠️ Achtung:
Wenn dein Marketingbudget steigt, aber dein Umsatz nicht, wird jedes Produkt teurer. Überwache das Verhältnis zwischen Marketingausgaben und Umsatzwachstum.
Wie berechnest du Marketingkosten in deinen Großhandelspreis ein? (Schritt für Schritt)
Erfasse alle deine jährlichen Marketingkosten
Erstelle eine Liste aller Ausgaben für Marketing, Branding, Website, Anzeigen, Messen und Muster. Rechne auch deine eigene Zeit ein, die du für Marketing aufwendest.
Teile durch deine jährliche Produktion
Teile deine gesamten jährlichen Marketingkosten durch die Anzahl der Einheiten, die du pro Jahr verkaufst. So erhältst du die Marketingkosten pro Produkt.
Addiere zu deinen anderen Kosten
Addiere die Marketingkosten pro Einheit zu deinen Produktions-, Verpackungs- und Gemeinkosten für deinen Gesamtkostpreis pro Produkt.
Berechne Großhandelspreis mit Gewinnmarge
Teile deinen Gesamtkostpreis durch (1 minus deine gewünschte Gewinnmarge). Bei 30% Marge: Kostpreis / 0,70 = Großhandelspreis.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem Marketingbudget von 5-10% deines gewünschten Umsatzes. Wenn du €100.000 Umsatz anstrebst, budgetiere dann €5.000-10.000 für Marketing und rechne das in deine Preise ein.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich meine eigene Zeit auch in die Marketingkosten einrechnen?
Ja, besonders wenn du viel Zeit für Marketing aufwendest. Rechne mindestens €25-35 pro Stunde für deine eigene Zeit ein. Sonst unterschätzt du die tatsächlichen Kosten deines Marketings.
Wie oft sollte ich meine Marketingkosten neu berechnen?
Mindestens jedes Quartal, oder wenn sich deine Marketingausgaben erheblich verändern. Bei Wachstum sinken deine Kosten pro Einheit oft, bei neuen Produkten steigen sie dagegen.
Was ist, wenn meine Marketingkosten höher sind als meine Produktionskosten?
Das kann bei neuen Produkten oder Premium-Marken normal sein. Stelle aber sicher, dass du noch ausreichend Marge überhast und überwache, ob dein Marketing zu mehr Verkauf führt.
Kann ich unterschiedliche Marketingkosten pro Produkt berechnen?
Ja, wenn einige Produkte mehr Marketing erfordern als andere. Verfolge dann pro Produkt, wie viel Budget du dafür aufwendest und rechne das spezifisch durch.
Wie gehe ich mit einmaligen Kosten wie Logo-Design um?
Einmalige Kosten verteilst du über beispielsweise 3-5 Jahre. Ein Logo für €3000 wird dann €600-1000 pro Jahr an Marketingkosten.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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