Liefergerichte haben andere Margen als Restaurant-Service. Verpackungskosten, Plattformgebühren und andere Portionsgrößen ändern deine Kostenkalkulation. Ohne Neuberechnung verlierst du Geld bei jedem gelieferten Gericht.
Was ändert sich an deiner Kostenkalkulation?
Bei der Lieferung kommen neue Kostenpositionen zu deinem Rezept hinzu:
- Verpackungskosten: Behälter, Deckel, Tüten, Besteck
- Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts gehen an Lieferando/Uber Eats
- Andere Portionen: größere Portionen für die Lieferung (gegen Abkühlung)
- Extra Beilagen: Saucen separat, extra Gemüse gegen Austrocknung
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf deinen Verkaufspreis berechnet, aber du zahlst sie. Das erhöht deine tatsächliche Kostenkalkulation um 15-30%.
Berechne deine neue Kostenkalkulation Schritt für Schritt
Beginne mit deinem bestehenden Rezept und addiere die zusätzlichen Kosten:
💡 Beispiel: Pasta Carbonara
Restaurant-Version:
- Zutaten: €5,10
- Verpackung: €0,00
- Plattformgebühr: €0,00
Liefer-Version:
- Zutaten: €5,60 (10% größere Portion)
- Verpackung: €0,85 (Behälter, Deckel, Tüte)
- Plattformgebühr: €4,20 (20% von €21,00)
Gesamtkostenkalkulation: €10,65 vs €5,10
Verpackungskosten pro Gericht
Addiere alle Verpackungen, die du benötigst:
- Hauptgang-Behälter: €0,25-€0,45
- Deckel: €0,10-€0,15
- Saucenbehälter: €0,08-€0,12 pro Stück
- Kunststoff-Besteck-Set: €0,15-€0,25
- Papiertüte: €0,10-€0,20
- Aufkleber/Klebeband: €0,02-€0,05
💡 Beispiel: Verpackungskosten Pizza
Pro Pizza benötigst du:
- Pizzakarton: €0,35
- Servietten: €0,05
- Tüte für mehrere Pizzas: €0,08
Gesamtverpackung: €0,48 pro Pizza
Plattformgebühren in die Kostenkalkulation einbeziehen
Plattformgebühren sind keine Marketingkosten, sondern direkte Kostenkalkulation. Sie machen dein Gericht teurer in der Herstellung.
Formel Plattformgebühren-Auswirkung:
Plattformgebühren-Kosten = Verkaufspreis × Plattform-Prozentsatz
💡 Beispiel: Plattformgebühren-Berechnung
Du verkaufst einen Burger für €18,50 über Lieferando (20% Gebühr):
- Verkaufspreis: €18,50
- Plattformgebühr: €18,50 × 0,20 = €3,70
- Du erhältst: €14,80
Diese €3,70 musst du als Kostenkalkulation einbeziehen, nicht als Marketingausgabe.
Neue Marge berechnen
Mit allen neuen Kosten berechnest du die tatsächliche Marge bei der Lieferung:
Formel:
Neue Lebensmittelkosten % = (Zutaten + Verpackung + Plattformgebühr) / Verkaufspreis × 100
💡 Beispiel: Vollständige Margenberechnung
Pasta Carbonara Lieferung €21,00:
- Zutaten: €5,60
- Verpackung: €0,85
- Plattformgebühr: €4,20
- Gesamtkosten: €10,65
Lebensmittelkosten: (€10,65 / €21,00) × 100 = 50,7%
Restaurant-Lebensmittelkosten waren: (€5,10 / €19,27) × 100 = 26,5%
⚠️ Achtung:
Eine Lebensmittelkostenquote von 50%+ bedeutet, dass du Verlust machst. Du musst deinen Lieferpreis erhöhen oder deine Kosten senken.
Preisanpassung berechnen
Um die gleiche Marge zu behalten, berechnest du den neuen Mindestpreis:
Formel:
Mindestpreis = Gesamtkosten / Gewünschte Lebensmittelkosten %
💡 Beispiel: Richtiger Lieferpreis
Um 30% Lebensmittelkosten zu behalten:
- Gesamtkosten: €10,65
- Gewünschte Lebensmittelkosten: 30%
- Mindestpreis: €10,65 / 0,30 = €35,50
Du musst €35,50 verlangen statt €21,00, um die gleiche Marge zu halten.
Lieferkosten digital nachverfolgen
Mit all diesen zusätzlichen Kostenpositionen wird die manuelle Nachverfolgung komplex. Ein System wie KitchenNmbrs kann Verpackungskosten und Plattformgebühren automatisch in deine Kostenkalkulation pro Gericht einbeziehen.
So siehst du direkt, was jedes Liefergericht wirklich kostet und welche Preisanpassungen notwendig sind.
Wie berechnest du die Margenauswirkung? (Schritt für Schritt)
Erfasse alle zusätzlichen Kosten
Addiere: Verpackungskosten pro Gericht, eventuell größere Portionen, extra Beilagen für den Transport. Schreibe alles mit genauen Beträgen pro Portion auf.
Berechne die Plattformgebühren-Auswirkung
Multipliziere deinen Verkaufspreis mit dem Plattform-Prozentsatz (normalerweise 15-30%). Diese Kosten addierst du zu deiner Kostenkalkulation, nicht zu deinen Marketingkosten.
Berechne den neuen Lebensmittelkosten-Prozentsatz
Teile deine Gesamtkosten (Zutaten + Verpackung + Plattformgebühr) durch deinen Verkaufspreis und multipliziere mit 100. Vergleiche mit deinen Restaurant-Lebensmittelkosten.
Bestimme den neuen Verkaufspreis
Wenn deine Lebensmittelkosten zu hoch sind (über 35%), teile deine Gesamtkosten durch deinen gewünschten Lebensmittelkosten-Prozentsatz. Das ist dein neuer Mindestpreis für die Lieferung.
✨ Pro tip
Überprüfe zuerst deine 3 meistverkauften Liefergerichte. Wenn diese rentabel sind, hast du 80% deines Liefermargenproblem gelöst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Plattformgebühren wirklich in meine Kostenkalkulation einbeziehen?
Ja, Plattformgebühren sind direkte Kosten pro verkauftem Gericht. Sie machen dein Gericht teurer in der Herstellung, genau wie Zutaten. Betrachte sie nicht als Marketingkosten.
Kann ich den gleichen Preis für die Lieferung wie im Restaurant verlangen?
Normalerweise nicht, es sei denn, du bist bereit, weniger Marge zu machen. Durch Verpackung und Plattformgebühren werden deine Kosten pro Gericht um 20-40% höher.
Wie oft muss ich meine Lieferkostenkalkulation neu berechnen?
Überprüfe monatlich deine Verpackungskosten (Preise steigen regelmäßig) und bei jeder Änderung der Plattformgebühren. Plattformen passen ihre Prozentsätze 1-2 Mal pro Jahr an.
Was ist, wenn mein Lieferpreis für den Markt zu hoch wird?
Dann hast du drei Optionen: günstigere Verpackung finden, weniger beliebte Plattformen meiden oder akzeptieren, dass die Lieferung weniger rentabel ist als der Restaurant-Service.
Kann ich Verpackungskosten als separate Position durchberechnen?
Einige Restaurants berechnen €0,50-€1,00 Verpackungskosten durch. Das ist transparenter als versteckte Preiserhöhung, aber nicht alle Kunden schätzen das.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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