Ein komplexes Menü kostet dich Geld bei der Lieferung. Jedes zusätzliche Gericht bedeutet mehr Lagerbestand, mehr Verschwendung und längere Zubereitungszeit. Durch strategische Vereinfachung deines Menüs verbesserst du deine Marge und arbeitest effizienter.
Warum ein komplexes Menü deine Marge aufzehrt
Bei der Lieferung arbeitest du anders als in deinem Restaurant. Jede Minute Zubereitungszeit zählt, denn dein Gast wartet zu Hause. Und jeder Rohstoff, den du lagern musst, kostet Geld.
⚠️ Achtung:
Ein Menü mit 30 Gerichten bedeutet 150+ Rohstoffe im Lagerbestand. Davon verderben 10-15%. Das ist direkter Verlust.
Die größten Margenverluste bei der Lieferung:
- Verschwendung: Zu viele verschiedene Rohstoffe, von denen einige wenig verwendet werden
- Zubereitungszeit: Komplexe Gerichte kosten mehr Arbeit pro Bestellung
- Lagerkosten: Mehr Kapital in Rohstoffen gebunden
- Verpackungskosten: Verschiedene Behälter und Verpackungen pro Gericht
Die 80/20-Regel für dein Liefermenü
Analysiere, welche Gerichte 80% deines Umsatzes generieren. Oft sind es nur 10-15. Der Rest verwässert deine Marge.
💡 Beispiel:
Pizzeria mit 25 Pizzen auf dem Liefermenü:
- Margherita: 22% der Bestellungen
- Salami: 18% der Bestellungen
- Hawaii: 15% der Bestellungen
- Quattro Stagioni: 12% der Bestellungen
- Tonno: 8% der Bestellungen
Diese 5 Pizzen = 75% aller Bestellungen
Die restlichen 20 Pizzen generieren zusammen nur 25% des Umsatzes, erfordern aber Lagerbestand von 40+ zusätzlichen Rohstoffen.
Rohstoffe, die doppelte Arbeit leisten
Wähle Gerichte, die die gleichen Basisrohstoffe verwenden. Das senkt dein Lagerrisiko und erhöht deine Umschlagsgeschwindigkeit.
💡 Beispiel:
Asiatische Küche mit gemeinsamen Rohstoffen:
- Hähnchen Teriyaki: Hähnchen, Reis, Brokkoli, Karotte
- Hähnchen Cashew: Hähnchen, Reis, Cashewnüsse, Karotte
- Rind Teriyaki: Rind, Reis, Brokkoli, Karotte
- Vegetarischer Wok: Brokkoli, Karotte, Reis, Cashewnüsse
4 Gerichte, aber nur 6 Hauptrohstoffe
Durch Wiederverwendung von Rohstoffen:
- Kaufst du größere Mengen = bessere Einkaufspreise
- Weniger Verschwendungsrisiko = höhere Marge
- Schnellere Vorbereitung = niedrigere Arbeitskosten
- Einfachere Lagerverwaltung
Berechne deine echte Marge pro Gericht
Rechne nicht nur deine Lebensmittelkosten, sondern auch Verpackung und Zubereitungszeit ein.
💡 Beispielberechnung:
Pasta Carbonara Lieferung - €16,50 exkl. MwSt.:
- Rohstoffe: €4,20
- Verpackung: €0,85
- Zubereitungszeit: 8 Min. × €15/Stunde = €2,00
- Plattformgebühr (25%): €4,13
Gesamtkosten: €11,18 = Marge von €5,32 (32%)
Viele Unternehmer vergessen, die Zubereitungszeit einzurechnen. Ein Gericht, das 15 Minuten dauert, ist viel teurer als eines, das 5 Minuten dauert.
Die ideale Liefermenü-Struktur
Ein profitables Liefermenü hat diese Merkmale:
- 12-18 Hauptgerichte (nicht mehr als 20)
- 3-5 Beilagen, die zu allem passen
- 2-3 Desserts mit langer Haltbarkeit
- Maximal 25 einzigartige Rohstoffe für alle Gerichte zusammen
⚠️ Achtung:
Mehr Auswahl scheint besser für den Kunden zu sein, führt aber oft zu längerer Auswahlzeit und niedrigerer Konversionsrate. Ein übersichtliches Menü konvertiert besser.
Welche Gerichte streichen?
Streiche Gerichte, die eines dieser Kriterien erfüllen:
- Weniger als 2% deiner Bestellungen
- Lebensmittelkosten höher als 40% (inklusive Verpackung)
- Zubereitungszeit länger als 12 Minuten
- Einzigartige Rohstoffe, die nirgendwo sonst verwendet werden
- Gerichte, die nicht gut transportieren (werden weich, kalt oder schmutzig)
Teste dies 4 Wochen lang. Messe deine durchschnittliche Marge pro Bestellung vor und nach der Vereinfachung.
Wie vereinfachst du dein Liefermenü? (Schritt für Schritt)
Analysiere deinen aktuellen Verkauf
Schau dir die letzten 3 Monate an: Welche Gerichte verkaufst du am meisten? Erstelle eine Liste deiner Top 15 meistverkauften Artikel. Diese bilden die Grundlage deines neuen Menüs.
Berechne die echte Marge pro Gericht
Rechne für jedes Gericht aus: Lebensmittelkosten + Verpackungskosten + Zubereitungszeit + Plattformgebühr. Gerichte unter 25% Marge sind Verlustbringer.
Gruppiere Rohstoffe
Erstelle eine Liste aller Rohstoffe, die du brauchst. Wähle Gerichte, die viele Rohstoffe teilen. Streiche Gerichte mit einzigartigen Rohstoffen, die wenig verkaufen.
Teste dein neues Menü 4 Wochen
Starte das vereinfachte Menü und messe deine Ergebnisse: durchschnittliche Bestellung, Marge pro Bestellung und Verschwendungsquote. Passe nach 4 Wochen an.
✨ Pro tip
Überprüfe, welche 5 Gerichte zusammen 60% deines Umsatzes ausmachen. Optimiere zuerst die Marge dieser Top-Seller – das hat mehr Auswirkungen als 20 kleine Gerichte anzupassen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Gerichte sollte ich maximal auf meinem Liefermenü haben?
Für die meisten Küchen funktionieren 12-18 Hauptgerichte am besten. Mehr als 20 Gerichte führen oft zu zu viel Lagerbestand und Verschwendung, was deine Marge drückt.
Was ist, wenn Kunden sich über weniger Auswahl beschweren?
In der Praxis bemerken Kunden es oft gar nicht. Ein übersichtliches Menü mit 15 guten Optionen konvertiert besser als ein unübersichtliches Menü mit 30 Optionen.
Sollte ich Verpackungskosten in meine Lebensmittelkosten einrechnen?
Ja, absolut. Verpackung kostet oft €0,50-€1,50 pro Bestellung. Das kann den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust bei einem Gericht ausmachen.
Wie oft sollte ich mein Menü anpassen?
Überprüfe alle 3 Monate deine Verkaufszahlen. Gerichte, die durchgehend unter 2% deiner Bestellungen bleiben, kannst du ersetzen oder streichen.
Kann ich Saisongerichte mit einem vereinfachten Menü anbieten?
Ja, aber mache es intelligent. Ersetze vorübergehend 2-3 Gerichte durch Saisonalternativen mit den gleichen Basisrohstoffen wie dein Standardmenü.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Food-Cost-Kontrolle für Lieferung und Dark Kitchens
Bei Lieferung sind die Margen dünner denn je. KitchenNmbrs berechnet Ihren tatsächlichen Food Cost inklusive Verpackung, damit Sie wissen, ob jede Bestellung profitabel ist. 14 Tage kostenlos testen.
Kostenlose Testversion starten →