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📝 Einkauf, Lieferanten & Strategie · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Marge auf einem Gericht, bei dem ich ein Zutat aus einem Solidaritätsprojekt verwende?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 14 Mar 2026

Zutaten aus Solidaritätsprojekten kosten oft mehr als übliche Alternativen, können aber dein Menü unterscheiden. Die Berechnung deiner Marge bleibt gleich, aber du musst ehrlich über die tatsächlichen Kosten sein. In diesem Artikel lernst du, wie du die Marge berechnest und wie du die Mehrkosten in deiner Preisgestaltung rechtfertigen kannst.

Was sind Solidaritätsprojekte in der Lebensmittelkette?

Solidaritätsprojekte unterstützen lokale Bauern, Fair-Trade-Initiativen oder nachhaltige Produktion. Denk an Bio-Gemüse von einem lokalen Bauern, Fair-Trade-Kaffee oder Fleisch von Bauern, die besondere Aufmerksamkeit auf Tierwohl legen.

Diese Zutaten kosten oft 20-50% mehr als übliche Alternativen. Aber sie können deine Geschichte stärken und rechtfertigen einen höheren Menüpreis.

Berechne zuerst die tatsächlichen Kosten

Die Margenberechnung bleibt identisch, aber du musst alle Kosten einbeziehen:

💡 Beispiel: Bio-Rindersteak vom lokalen Bauern

Übliches Rindersteak: €24/kg → €4,80 pro Portion (200g)

Solidaritätsprojekt: €32/kg → €6,40 pro Portion (200g)

Unterschied: €1,60 extra pro Portion

Addiere alle anderen Zutaten (Beilagen, Saucen, Öl) und berechne deine Gesamtkostpreis pro Gericht.

Passe deinen Verkaufspreis für eine gesunde Marge an

Bei nachhaltigen Zutaten kannst du oft eine etwas höhere Lebensmittelkostenquote akzeptieren (bis 38-40% statt 35%), weil Gäste bereit sind, mehr für die Geschichte zu zahlen.

💡 Beispiel: Vollständige Berechnung

  • Bio-Rindersteak: €6,40
  • Gemüse und Beilagen: €2,10
  • Sauce und Gewürze: €1,20
  • Öl, Butter, Dekoration: €0,80

Gesamtkostpreis: €10,50

Bei 35% Lebensmittelkostenquote: €10,50 / 0,35 = €30,00 exkl. MwSt. → €32,70 inkl. MwSt.

Vergleiche dies mit der üblichen Variante (€8,90 Kostpreis → €29,40 Menüpreis). Der Unterschied von €3,30 kannst du mit deiner Geschichte rechtfertigen.

Kommuniziere den Mehrwert

Gäste zahlen mehr, wenn sie verstehen, warum. Schreib auf deine Speisekarte nicht nur "Bio", sondern erzähle die Geschichte:

  • "Vom Bauern Henk aus Gelderland, 15 km entfernt"
  • "100% grasgefüttert, ohne Antibiotika"
  • "Unterstützt lokale Biodiversität"

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit dem tatsächlichen Einkaufspreis, nicht mit dem, was du "zahlen möchtest". Zu optimistische Berechnungen kosten dich Geld.

Halte das Gleichgewicht in deinem Menü

Du musst nicht jedes Gericht mit Solidaritätsprodukten machen. Eine gute Mischung:

  • 2-3 Gerichte mit Geschichte (höhere Marge, niedrigeres Volumen)
  • 3-4 übliche Gerichte (Standard-Marge, höheres Volumen)
  • 1-2 budgetfreundliche Optionen

So bedienst du verschiedene Zielgruppen und kompensierst das niedrigere Volumen bei nachhaltigen Gerichten.

Messe das Ergebnis

Verfolge, wie oft du Solidaritätsgerichte verkaufst. Wenn sie weniger als 8% deines Gesamtumsatzes ausmachen, sind sie zu teuer oder schlecht kommuniziert.

💡 Beispiel: Monatliche Überprüfung

Insgesamt verkaufte Gerichte: 2.400

Solidaritätsgericht verkauft: 120 Stück (5%)

Das ist zu niedrig. Erwäge, den Preis zu senken oder die Geschichte besser zu erzählen.

Wie berechnest du die Marge auf Solidaritätsprodukten? (Schritt für Schritt)

1

Sammle alle tatsächlichen Einkaufspreise

Notiere den genauen Preis des Solidaritätsprodukts und aller anderen Zutaten. Addiere auch Verpackung, Transport oder zusätzliche Kosten, die mit diesem spezifischen Produkt verbunden sind.

2

Berechne Kostpreis pro Portion

Rechne aus, wie viel jede Zutat pro Gericht kostet. Addiere alles: Hauptprodukt, Gemüse, Gewürze, Öl, Dekoration. Das ist dein Gesamtkostpreis pro Gericht.

3

Bestimme deine gewünschte Lebensmittelkostenquote

Bei Solidaritätsprodukten kannst du oft 35-40% Lebensmittelkostenquote akzeptieren statt 30-35%. Gäste zahlen mehr für die Geschichte, aber gehe nicht über 40% oder du verlierst Geld.

4

Berechne Mindestverkaufspreis

Teile deinen Kostpreis durch deine gewünschte Lebensmittelkostenquote. Beispiel: €12 Kostpreis / 0,38 = €31,58 exkl. MwSt. Multipliziere mit 1,09 für den Preis inkl. MwSt.

5

Vergleiche mit üblicher Alternative

Berechne, was das gleiche Gericht mit üblichen Zutaten kosten würde. Der Unterschied ist das, was Gäste extra für deine Geschichte zahlen. Stelle sicher, dass dieser Unterschied zu rechtfertigen ist.

✨ Pro tip

Rechne immer aus, was die übliche Alternative kosten würde, und stelle sicher, dass der Unterschied maximal 30% beträgt. Gäste schätzen eine Geschichte, aber nicht jeden Preis.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine höhere Lebensmittelkostenquote bei Solidaritätsprodukten akzeptieren?

Ja, bis zu 40% statt 35% ist akzeptabel, wenn Gäste die Geschichte schätzen. Gehe nicht höher, denn dann verlierst du trotzdem Geld bei jedem Gericht.

Wie kommuniziere ich den Mehrpreis an Gäste?

Erzähle die konkrete Geschichte: von welchem Bauern, warum besonders, was den Unterschied macht. "Bio" ist zu vage, "Vom Bauern Jan, 10 km entfernt, grasgefüttert" funktioniert besser.

Was ist, wenn mein Solidaritätsgericht schlecht verkauft wird?

Überprüfe, ob der Preis stimmt (max. 30% teurer als üblich) und ob deine Geschichte klar ist. Schlecht verkaufte Gerichte kosten dich Geld, auch wenn die Geschichte schön ist.

Muss ich alle Gerichte mit Solidaritätsprodukten machen?

Nein, halte eine Mischung. 2-3 Gerichte mit Geschichte und 4-5 übliche Gerichte funktionieren gut. So bedienst du verschiedene Zielgruppen und Budgets.

Wie weiß ich, ob mein Solidaritätsprodukt zu teuer ist?

Wenn es weniger als 8% deines Gesamtumsatzes ausmacht, ist es wahrscheinlich zu teuer oder schlecht kommuniziert. Messe dies monatlich und passe an.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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