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📝 Einkauf, Lieferanten & Strategie · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich den Einkaufspreis von Zuchtfischen im Vergleich zu Wildfang?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Zuchtfische kosten oft 15-30% weniger als Wildfang, aber Qualität und Geschmack können unterschiedlich sein. Viele Restaurantbetreiber wissen nicht, wie sie diese Preisunterschiede in ihre Kostenkalkulation einrechnen sollen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächlichen Kosten von Zucht- versus Wildfang berechnet und wann welche Wahl finanziell am sinnvollsten ist.

Der Preisunterschied zwischen Zucht und Wildfang

Zuchtfische (gezüchtet) sind normalerweise günstiger als Wildfang (wild gefangen), aber es gibt mehr Variablen in der Berechnung als nur den Einkaufspreis pro Kilo.

💡 Beispiel Preisunterschied:

Lachsfilet (200g Portion):

  • Wildfang Norwegischer Lachs: €28/kg = €5,60 pro Portion
  • Zuchtlachs: €22/kg = €4,40 pro Portion

Unterschied: €1,20 pro Portion

Faktoren, die deine tatsächlichen Kosten beeinflussen

Der Einkaufspreis pro Kilo ist nur der Anfang. Diese Faktoren bestimmen deine tatsächlichen Kosten:

  • Schnittabfall: Wildfang hat oft mehr Schnittabfall durch unregelmäßige Form
  • Haltbarkeit: Zuchtfisch ist oft länger haltbar, weniger Verschwendung
  • Konsistenz: Gezüchteter Fisch hat gleichmäßigere Portionen
  • Saisonschwankungen: Wildfang-Preise schwanken stärker

Schnittabfall in deine Kostenkalkulation einrechnen

Der Schnittabfall kann den Preisvorteil der Zucht vergrößern oder verkleinern:

💡 Beispiel Schnittabfall-Berechnung:

Seebarsch-Filet (150g Portion):

  • Wildfang: €24/kg, 20% Schnittabfall → €30/kg tatsächlicher Preis
  • Zucht: €20/kg, 15% Schnittabfall → €23,53/kg tatsächlicher Preis

Unterschied nach Schnittabfall: €6,47/kg = €0,97 pro Portion

⚠️ Achtung:

Rechne Schnittabfall immer in deine Kostenkalkulation ein. Die Formel lautet: Einkaufspreis / (100% - Schnittabfall%). Also bei 20% Abfall: €24 / 0,80 = €30/kg.

Qualitätsunterschied einrechnen

Wildfang wird oft als höhere Qualität wahrgenommen. Das kann Einfluss auf deinen Menüpreis und damit deine Marge haben:

  • Premium-Positionierung: Wildfang rechtfertigt oft 10-20% höheren Menüpreis
  • Gasterlebnis: Manche Gäste zahlen mehr für 'wild gefangen'
  • Saisonale Specials: Wildfang eignet sich besser für Saisonkarten

💡 Beispiel Marge-Auswirkung:

Gleiches Gericht, unterschiedliche Positionierung:

  • Mit Zucht: €4,40 Einkauf, €24 Menüpreis = 20% Foodcost
  • Mit Wildfang: €5,60 Einkauf, €28 Menüpreis = 21,8% Foodcost

Wildfang bringt €0,60 mehr Marge pro Portion trotz höherem Einkauf.

Saisonschwankungen und Planung

Wildfang-Preise schwanken stärker durch Jahreszeiten und Fangmengen. Das erfordert andere Einkaufs- und Menüstrategien:

  • Feste Speisekarte: Zucht bietet mehr Preissicherheit
  • Saisonkarte: Wildfang passt besser zu wechselnden Menüs
  • Vertragspreise: Bei Zucht leichter abzusprechen

Wann Zucht vs. Wildfang wählen

Die Wahl hängt von deinem Konzept und deiner Zielgruppe ab:

💡 Entscheidungsmatrix:

Wähle Zucht bei:

  • Feste Speisekarte mit stabilen Preisen
  • Volumen-orientierte Küche
  • Strikten Kostenziel-Vorgaben

Wähle Wildfang bei:

  • Premium-Positionierung
  • Saisongebundenen Menüs
  • Gästen, die Nachhaltigkeit schätzen

Wie berechnest du die tatsächlichen Kosten von Zucht vs. Wildfang?

1

Sammle Einkaufspreise und Schnittabfall-Prozentsätze

Notiere den Preis pro Kilo beider Optionen bei deinem Lieferanten. Messe oder frage den Schnittabfall-Prozentsatz – Wildfang hat oft 15-25% Abfall, Zucht 10-20%. Dieser Unterschied kann deine Kostenkalkulation erheblich beeinflussen.

2

Berechne den tatsächlichen Kilopreis nach Schnittabfall

Nutze die Formel: Einkaufspreis / (100% - Schnittabfall%). Beispiel: €24/kg mit 20% Abfall = €24 / 0,80 = €30/kg tatsächlicher Preis. Mache das für beide Optionen, um fair zu vergleichen.

3

Rechne aus, was das pro Portion und pro Monat bedeutet

Multipliziere den Unterschied pro Portion mit deinem durchschnittlichen Absatz. Beispiel: €0,50 Unterschied pro Portion × 200 Fischgerichte pro Woche × 4,3 Wochen = €430 pro Monat. So siehst du die Auswirkung auf deine gesamte Foodcost.

✨ Pro tip

Teste beide Optionen erst in deiner Küche, bevor du dich endgültig entscheidest. Bereite das gleiche Gericht mit Zucht und Wildfang zu und lass dein Team und vertraute Gäste kosten. So weißt du sicher, ob der Qualitätsunterschied den Mehrpreis für dein Konzept wert ist.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Zuchtfisch immer günstiger als Wildfang?

Meistens ja, aber nicht immer. Der Einkaufspreis von Zucht liegt oft 15-30% unter Wildfang, aber durch Unterschiede in Schnittabfall und Haltbarkeit kann der Unterschied kleiner ausfallen. Rechne immer die tatsächlichen Kosten pro Portion aus.

Wie rechne ich Schnittabfall in meine Kostenkalkulation ein?

Teile deinen Einkaufspreis durch den Ausbeute-Prozentsatz. Bei 20% Schnittabfall hast du 80% Ausbeute. Also €24/kg wird €24 / 0,80 = €30/kg tatsächlicher Preis. Vergiss nicht, das in deine Foodcost-Berechnung einzubeziehen.

Kann ich Wildfang und Zucht durcheinander verwenden?

Das geht, aber achte auf Konsistenz in Geschmack und Präsentation. Wenn du das tust, rechne mit dem durchschnittlichen Kostpreis beider Optionen, gewichtet nach deinem Verbrauch. Kommuniziere transparent zu deinen Gästen, welchen Fisch du verwendest.

Muss ich meinen Menüpreis anpassen, wenn ich zu Zucht wechsle?

Nicht unbedingt. Viele Gäste schmecken den Unterschied nicht, wenn du die Zubereitung gut machst. Du kannst den niedrigeren Einkauf nutzen, um deine Marge zu verbessern, oder deinen Preis leicht senken, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Wie oft schwanken Wildfang-Preise?

Wildfang-Preise können monatlich oder sogar wöchentlich schwanken durch Jahreszeiten, Wetter und Fangquoten. Zucht-Preise sind stabiler. Frag bei deinem Lieferanten, ob du Festpreise für längere Zeiträume absprechen kannst.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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