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📝 Rezeptentwicklung & neue Gerichte · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die zusätzlichen Einkaufskosten für Saisonspezialitäten außerhalb der Saison?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Saisonspezialitäten außerhalb der Saison können dich viel Geld kosten, ohne dass du es merkst. Frische Erdbeeren im Januar kosten 3x so viel wie im Juni, aber viele Küchen rechnen immer noch mit dem Sommerpreis. In diesem Artikel lernst du genau, wie du die zusätzlichen Einkaufskosten berechnest und in deinen Menüpreis einkalkulierst.

Warum Saisonspezialitäten teuer werden können

Zutaten haben eine natürliche Saison, in der sie günstig und von guter Qualität sind. Außerhalb dieser Saison zahlst du oft 150-400% mehr für das gleiche Produkt. Das Problem: Viele Küchen aktualisieren ihre Kostenkalkulation nicht.

💡 Beispiel:

Spargel in deiner Frühjahrsspecial:

  • Mai (Saison): €8/kg
  • Oktober (außerhalb der Saison): €24/kg
  • Unterschied: 200% teurer

Pro Portion (150g): €1,20 vs €3,60

Berechne den Preisunterschied pro Saison

Der erste Schritt ist, den Unterschied zwischen Saison- und Außensaisonpreisen zu erfassen. Frag bei deinem Lieferanten nach, was das gleiche Produkt in verschiedenen Monaten kostet.

  • Saisonpreis: Der niedrigste Preis in der natürlichen Saison
  • Außensaisonpreis: Der höchste Preis außerhalb der Saison
  • Unterschied berechnen: (Außensaisonpreis / Saisonpreis) × 100

💡 Beispielberechnung:

Frische Himbeeren für Dessert:

  • Juli (Saison): €12/kg
  • Dezember (Außensaison): €32/kg
  • Unterschied: (€32 / €12) × 100 = 267%

Du zahlst also 2,7x so viel im Dezember.

Auswirkungen auf deine Kostenkalkulation pro Gericht

Den Preisunterschied rechnest du auf die Kostenkalkulation pro Portion um. Verwende die Menge, die du tatsächlich auf den Teller legst, nicht das, was im Rezept steht.

⚠️ Achtung:

Rechne immer mit der tatsächlichen Menge inklusive Schnittabfall. Ganzer Fisch wird zu Filet, ganze Früchte werden zu Scheiben.

Die Formel für die Kostenkalkulation pro Portion:

Kostenkalkulation = (Einkaufspreis pro kg / 1000g) × Menge pro Portion in Gramm

💡 Beispielkostenkalkulation:

Carpaccio von Jakobsmuscheln (80g pro Portion):

  • Sommer: €28/kg → (€28 / 1000) × 80 = €2,24
  • Winter: €45/kg → (€45 / 1000) × 80 = €3,60
  • Zusätzliche Kosten: €1,36 pro Portion

Umrechnung auf den Menüpreis

Die zusätzlichen Einkaufskosten rechnest du auf einen angepassten Menüpreis um. Verwende dein gewünschtes Lebensmittelkostenprozentz, um den Mindestverkaufspreis zu berechnen.

Mindestverkaufspreis = Gesamte Zutatenkosten / (Lebensmittelkostenprozentsatz / 100)

  • Berechne zuerst die gesamten Zutatenkosten des Gerichts
  • Teile durch dein gewünschtes Lebensmittelkostenprozentsatz (zum Beispiel 30% = 0,30)
  • Multipliziere mit 1,09 für den Preis inklusive 19% MwSt.

💡 Beispielumrechnung:

Gericht mit €1,36 zusätzlichen Kosten, gewünschtes Lebensmittelkostenprozentsatz 28%:

  • Basis-Zutatenkosten: €8,50
  • Außensaisonkosten: €8,50 + €1,36 = €9,86
  • Mindestpreis ohne MwSt.: €9,86 / 0,28 = €35,21
  • Menükartenpreis: €35,21 × 1,09 = €38,38

Preiserhöhung: €1,36 / 0,28 × 1,09 = €5,29

Alternativen in Betracht ziehen

Manchmal ist es klüger, das Gericht anzupassen, statt den Preis zu erhöhen. Schau nach Ersatzprodukten, die tatsächlich Saison haben.

  • Vergleichbare Produkte: Anderer Fisch, anderes Obst, anderes Gemüse
  • Gefrorene Alternativen: Oft 40-60% günstiger als frisch außerhalb der Saison
  • Gericht vorübergehend von der Karte: Besser als Verlust machen

⚠️ Achtung:

Kommuniziere Saisonwechsel an deine Gäste. "Saisonspecial" deutet an, dass es wechselt. Feste Kartengerichte mit wechselnden Preisen können Verwirrung stiften.

Monatliche Kontrolle einrichten

Richte eine Routine ein, um deine saisonabhängigen Zutaten monatlich zu überprüfen. Lieferanten ändern Preise oft ohne Vorankündigung.

  • Erstelle eine Liste deiner 5-10 saisonabhängigsten Zutaten
  • Überprüfe jeden Monat die aktuellen Einkaufspreise
  • Berechne die Auswirkungen auf deine Kostenkalkulation
  • Passe den Menüpreis an oder erwäge Alternativen

Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du Zutatenpreise schnell aktualisieren und sofort sehen, welche Auswirkungen das auf alle deine Gerichte hat. So vermeidest du, dass du wochenlang Verlust machst, ohne es zu bemerken.

Wie berechnest du Saisonkosten? (Schritt für Schritt)

1

Überprüfe Saison- vs. Außensaisonpreise

Frag bei deinem Lieferanten die Preise für die gleiche Zutat in verschiedenen Monaten ab. Notiere den niedrigsten Preis (Saison) und den höchsten Preis (Außensaison). Berechne den Unterschied: (hoher Preis / niedriger Preis) × 100.

2

Berechne die Kostenkalkulation pro Portion

Rechne aus, was die zusätzlichen Kosten pro Portion sind. Verwende die Formel: (Einkaufspreis pro kg / 1000g) × Gramm pro Portion. Vergiss nicht, den Schnittabfall in deine Berechnung einzubeziehen.

3

Rechne auf den Menüpreis um

Teile die neuen gesamten Zutatenkosten durch dein gewünschtes Lebensmittelkostenprozentsatz. Multipliziere mit 1,09 für den Preis inklusive MwSt. Vergleiche mit deinem aktuellen Menüpreis und entscheide, ob du anpasst.

✨ Pro tip

Triff Absprachen mit deinem Lieferanten über Preiswarnungen. Lass ihn dich anrufen, wenn eine Zutat mehr als 50% teurer wird, damit du rechtzeitig umschalten kannst.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich Saisonpreise überprüfen?

Überprüfe monatlich deine saisonabhängigen Zutaten. Preise können schnell steigen, wenn die Saison vorbei ist. Besser zu oft überprüfen als zu spät feststellen, dass du Verlust machst.

Kann ich nicht einfach schätzen, was Saisonprodukte kosten?

Schätzen ist gefährlich. Der Unterschied zwischen Saison und Außensaison kann 200-400% betragen. Ein Fehler von ein paar Euro pro Portion kostet dich tausende Euro pro Jahr bei einem beliebten Gericht.

Muss ich meinen Menüpreis jeden Monat anpassen?

Nicht unbedingt. Du kannst auch Ersatzprodukte wählen, gefrorene Alternativen verwenden oder das Gericht vorübergehend von der Karte nehmen. Ständig wechselnde Preise können Gäste verwirren.

Wie erkläre ich Preisunterschiede meinen Gästen?

Sei ehrlich über die Saisonabhängigkeit. "Dieses Gericht enthält frische Saisonprodukte, daher kann der Preis je nach Saison unterschiedlich sein." Gäste schätzen Transparenz über Qualität.

Sind gefrorene Alternativen immer schlechter?

Nicht immer. Einige Produkte werden auf ihrem Höhepunkt eingefroren und sind außerhalb der Saison von besserer Qualität als teure frische Importe. Teste verschiedene Optionen, bevor du dich endgültig entscheidest.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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