Als Food-Truck-Unternehmer hast du die gleichen steuerlichen Verpflichtungen wie jeder andere Gastronomiebetrieb. Viele angehende Food-Trucker unterschätzen den administrativen Aufwand, was zu Problemen mit dem Finanzamt führt. In diesem Artikel erfährst du genau, welche Verpflichtungen du hast und wie du diese am besten organisierst.
VAT-Verpflichtungen für Food Trucks
Als Food-Truck-Unternehmer bist du VAT-pflichtig, sobald dein Umsatz über €20.000 pro Jahr liegt. Bei den meisten seriösen Food Trucks ist dies bereits im ersten Jahr der Fall.
💡 Beispiel VAT-Berechnung:
Du verkaufst einen Burger für €8,50 inklusive VAT:
- Verkaufspreis inklusive 9% VAT: €8,50
- VAT-Betrag: €8,50 / 1,09 × 0,09 = €0,70
- Nettoumsatz: €7,80
Pro 100 Burger zahlst du €70 VAT ab
VAT-Sätze, die du kennen musst:
- Essen und Getränke (alkoholfrei): 9%
- Alkoholische Getränke: 21%
- Alle Verkäufe sind "zum Verzehr vor Ort" (auch wenn der Kunde weggeht)
Einkommensteuer und Gewinn berechnen
Als Einzelunternehmer zahlst du Einkommensteuer auf deinen Gewinn. Das ist dein Umsatz minus alle geschäftlichen Kosten. Bei Food Trucks gibt es spezifische Kostenpositionen, die du nachverfolgen musst.
💡 Beispiel Jahresabrechnung:
Food Truck mit €120.000 Umsatz pro Jahr:
- Umsatz: €120.000
- Zutaten: €36.000 (30% food cost)
- Truck-Abschreibung: €8.000
- Kraftstoff: €6.000
- Versicherungen: €3.000
- Genehmigungen: €2.000
- Sonstige Kosten: €5.000
Gewinn: €60.000 (hierauf zahlst du Einkommensteuer)
Spezifische Food-Truck-Kostenpositionen
Food Trucks haben einzigartige Kostenpositionen, die andere Gastronomiebetriebe nicht haben. Diese kannst du alle von deinem steuerpflichtigen Gewinn abziehen:
- Truck-Abschreibung: normalerweise 10-20% pro Jahr des Anschaffungswertes
- Kraftstoffkosten: sowohl für Transport als auch für Generator
- Standplatzgenehmigungen: variieren von €50-500 pro Veranstaltung
- Marktgebühren: Prozentsatz des Umsatzes oder Festbetrag
- Kraftfahrzeugsteuer und Versicherungen: speziell für Geschäftsfahrzeuge
⚠️ Achtung:
Private Nutzung des Trucks (z.B. Einkaufen) darfst du nicht abziehen. Führe ein Fahrtenbuch über geschäftliche Kilometer versus private Kilometer.
Verwaltungspflichten
Als Food-Truck-Unternehmer musst du die gleiche Verwaltung führen wie jeder andere Unternehmer. Das bedeutet, alle Einnahmen und Ausgaben zu erfassen und Belege zu bewahren.
Was du mindestens nachverfolgen musst:
- Alle Kassenbons von Verkäufen (oder Tagesauszüge deines Zahlungssystems)
- Kaufbelege für Zutaten und Materialien
- Tankquittungen und Wartungskosten des Trucks
- Genehmigungen und Marktgebühren
- Versicherungsprämien und Steuern
💡 Praktischer Tipp:
Viele Food-Truck-Unternehmer verwenden eine App, um ihre food cost zu verfolgen:
- Rezepte mit exakten Selbstkosten
- Einblick in Marge pro Produkt
- Digitale Verwaltung für den Buchhalter
Das spart viel Zeit bei der Jahresabrechnung und hilft dir, profitabler zu arbeiten.
Wann einen Buchhalter beauftragen
Als angehender Food-Truck-Unternehmer kannst du deine Verwaltung selbst erledigen, aber ab einem bestimmten Umfang wird ein Buchhalter finanziell interessant.
Selbst machen bis etwa €75.000 Umsatz:
- Verwende ein Buchhaltungsprogramm wie Moneybird oder e-Boekhouden
- Kostet etwa €15-30 pro Monat
- Du machst selbst die VAT-Anmeldungen (jedes Quartal)
Buchhalter ab €75.000+ Umsatz:
- Kostet etwa €150-300 pro Monat
- Übernimmt VAT-Anmeldungen und Jahresabrechnung
- Gibt Steuerberatung zu abzugsfähigen Kosten
- Hilft beim Wechsel zur GmbH (ab €100.000+ Gewinn)
Wie organisierst du deine Steuerverwaltung? (Schritt für Schritt)
Melde dich bei der Handelskammer an
Das musst du tun, bevor du mit dem Verkaufen beginnst. Wähle die Branchenklasse für mobile Lebensmittelversorgung. Kostet einmalig €50 und du erhältst eine Registrierungsnummer, die du für Genehmigungen benötigst.
Melde dich beim Finanzamt für VAT an
Tue dies direkt nach der Handelskammer-Anmeldung, auch wenn du noch keinen Umsatz hast. Du erhältst dann eine VAT-Nummer und musst jedes Quartal eine Anmeldung einreichen. Bei 0 Umsatz ist dies eine Nullanmeldung.
Wähle ein Verwaltungssystem
Beginne mit einem einfachen Buchhaltungsprogramm wie Moneybird. Verbinde dein Bankkonto und dein Zahlungsterminal für automatischen Import. Bewahre alle Belege digital auf, indem du sie fotografierst.
✨ Pro tip
Verfolge wöchentlich deine food cost pro Produkt. Wenn du weißt, dass dein Burger €2,40 kostet und du ihn für €8,50 verkaufst, hast du €6,10 für alle anderen Kosten und Gewinn. So siehst du sofort, ob du genug verdienst.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich VAT auf Trinkgelder berechnen, die Kunden geben?
Ja, Trinkgelder, die über das Zahlungsterminal eingehen, sind steuerpflichtig. Bargeldtrinkgelder, die dir direkt gegeben werden, musst du nicht als Umsatz buchen, aber sie zählen zu deiner Einkommensteuer.
Kann ich den Kauf meines Food Trucks vollständig abziehen?
Nein, einen Food Truck schreibst du über mehrere Jahre ab. Normalerweise 10-20% pro Jahr, abhängig von der erwarteten Lebensdauer. Dein Steuerberater kann dir helfen, die richtigen Abschreibungssätze zu bestimmen.
Was ist, wenn ich auf einem Festival Bargeld verkaufe und keine Belege geben kann?
Du musst alle Umsätze registrieren, auch Barverkäufe. Führe eine tägliche Kassenaufstellung durch und notiere, wie viel du bar erhalten hast. Das Finanzamt akzeptiert handschriftliche Notizen, wenn sie vollständig sind.
Darf ich private Ausgaben durch meinen Food Truck bezahlen lassen?
Nein, das ist nicht erlaubt. Alle Ausgaben, die du als Betriebskosten geltend machst, müssen geschäftlich sein. Private Ausgaben musst du an dein Unternehmen zurückzahlen oder als private Entnahme buchen.
Wann sollte ich von einem Einzelunternehmen zu einer GmbH wechseln?
Normalerweise ab €100.000 Gewinn pro Jahr wird eine GmbH steuerlich interessanter. Du zahlst dann 25,8% Körperschaftsteuer statt bis zu 49,5% Einkommensteuer. Lass dies von einem Steuerberater durchrechnen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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