Ein Take-away-Fenster kann deinen Umsatz deutlich steigern, aber nur wenn die Zahlen stimmen. Viele Restaurantbesitzer unterschätzen die zusätzlichen Kosten und überschätzen die Einnahmen. In diesem Artikel berechnest du Schritt für Schritt, ob ein Take-away-Fenster für deine Situation finanziell machbar ist.
Was kostet ein Take-away-Fenster?
Ein Take-away-Fenster wirkt einfach, bringt aber mehr Kosten mit sich als du denkst. Du brauchst nicht nur den Umbau, sondern auch zusätzliches Personal, Verpackung und Verwaltung.
💡 Beispiel Kosten Take-away-Fenster:
- Umbau Fenster + Kasse: €15.000
- Zusätzliches Verpackungsmaterial: €800/Monat
- Zusätzliches Personal (20h/Woche): €2.400/Monat
- Marketing/Beschilderung: €2.000 einmalig
Gesamtinvestition: €17.000 + €3.200/Monat
Berechne deinen Break-even-Punkt
Um zu wissen, ob das Fenster rentabel ist, musst du berechnen, wie viel zusätzlichen Umsatz du brauchst, um die Kosten zu decken.
Break-even-Formel:
Erforderlicher zusätzlicher Umsatz = Zusätzliche Kosten / Nettomarge %
💡 Beispiel Break-even-Berechnung:
Zusätzliche Kosten pro Monat: €3.200
Durchschnittliche Nettomarge: 25%
Erforderlicher zusätzlicher Umsatz: €3.200 / 0,25 = €12.800/Monat
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deiner Nettomarge, nicht mit deinem Umsatz. Wenn deine Lebensmittelkosten 30% sind und Arbeitskosten 35%, dann ist deine Nettomarge maximal 35%.
Schätze deinen potenziellen Take-away-Umsatz
Jetzt musst du realistisch einschätzen, wie viel Umsatz das Fenster generiert. Schau dir deine aktuellen Zahlen und die Lage deines Restaurants an.
- Wie viele Fußgänger laufen täglich vorbei?
- Welcher Prozentsatz davon kauft Impulskost/Getränke?
- Was ist dein durchschnittlicher Bon für Take-away?
- An welchen Tagen/Zeiten erwartest du die meisten Verkäufe?
💡 Realistische Take-away-Schätzung:
- Durchschnittlich 25 Kunden pro Tag
- Durchschnittlicher Bon: €8,50
- 6 Tage pro Woche geöffnet
- 25 × €8,50 × 6 × 4,3 = €5.483/Monat
Das liegt €7.317 unter deinem Break-even von €12.800
Kannibalisierung: Verlierst du bestehenden Umsatz?
Ein großes Risiko ist, dass Take-away-Kunden einfach deine bestehenden Restaurantgäste sind, die jetzt weniger ausgeben. Das nennt man Kannibalisierung.
- Wie viel Prozent deiner Take-away-Kunden sind bestehende Gäste?
- Geben sie über das Fenster weniger aus als im Restaurant?
- Verdienst du weniger Marge auf Take-away wegen Verpackungskosten?
⚠️ Achtung:
Wenn 40% deiner Take-away-Kunden vorher im Restaurant aßen und ihr durchschnittlicher Bon von €32 auf €8,50 sinkt, verlierst du pro Kunde €23,50 Umsatz.
ROI-Berechnung über 3 Jahre
Addiere alle Kosten und Einnahmen zusammen und berechne, ob sich die Investition amortisiert.
ROI-Formel:
ROI = (Gesamtgewinn 3 Jahre - Gesamtinvestition) / Gesamtinvestition × 100
💡 ROI-Beispiel (3 Jahre):
- Gesamtinvestition: €17.000 + (€3.200 × 36) = €132.200
- Zusätzlicher Umsatz: €5.483 × 36 = €197.388
- Zusätzlicher Gewinn (25% Marge): €49.347
- ROI: (€49.347 - €132.200) / €132.200 = -63%
Negativer ROI = nicht rentabel
Wann ist ein Take-away-Fenster doch rentabel?
Ein Fenster kann erfolgreich sein, wenn du diese Voraussetzungen erfüllst:
- Mindestens 60% neue Kunden (keine Kannibalisierung)
- Durchschnittlicher Take-away-Bon von €12+ durch Upselling
- Lage mit vielen Fußgängern (Bahnhof, Einkaufsstraße)
- Produkte mit hoher Marge (Kaffee, Gebäck, Suppe)
Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du deine aktuellen Margen pro Produkt analysieren und die profitabelsten Artikel für dein Fenster auswählen.
Wie berechnest du die Machbarkeit? (Schritt für Schritt)
Berechne alle zusätzlichen Kosten
Erstelle eine Liste mit einmaligen Kosten (Umbau, Ausrüstung) und monatlichen Kosten (Personal, Verpackung, Energie). Addiere alles zusammen für ein realistisches Kostenbild.
Bestimme deinen Break-even-Umsatz
Teile deine zusätzlichen monatlichen Kosten durch deine Nettomarge. Das gibt dir den minimalen zusätzlichen Umsatz, den du brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Schätze realistische Take-away-Verkäufe
Zähle Fußgänger, schätze Konversionsquote und durchschnittliche Bonwerte. Sei konservativ in deiner Schätzung - besser überrascht als enttäuscht werden.
Berechne den Kannibalisierungseffekt
Schätze, wie viel Prozent bestehende Kunden sind und wie viel Umsatz du dadurch verlierst. Ziehe das von deinem erwarteten Take-away-Umsatz ab.
Erstelle eine 3-Jahres-ROI-Berechnung
Vergleiche die Gesamtinvestition mit dem erwarteten Gewinn über 3 Jahre. Ein positiver ROI von mindestens 15% macht das Projekt interessant.
✨ Pro tip
Teste zuerst einen Monat mit einem temporären Take-away-Setup (Tisch an der Tür), bevor du in den Umbau investierst. So bekommst du realistische Verkaufszahlen ohne großes finanzielles Risiko.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine realistische durchschnittliche Bonwert für Take-away?
Für die meisten Restaurants liegt dies zwischen €6-12. Kaffee und Gebäck €4-8, Lunch-Artikel €8-15. Das hängt von deinem Konzept und deiner Lage ab.
Wie viel Prozent der Take-away-Kunden sind normalerweise neue Kunden?
Das variiert stark je nach Lage. In einer Einkaufsstraße 70-80% neue Kunden, in einem Wohngebiet oft nur 40-50%. Teste dies, indem du im ersten Monat Kunden fragst.
Muss ich MwSt. in meine Break-even-Berechnung einbeziehen?
Rechne immer ohne MwSt. Dein Break-even-Umsatz ist der Umsatz ohne MwSt., den du brauchst, um deine Kosten zu decken.
Wie lange dauert es normalerweise, bis ein Take-away-Fenster die Gewinnschwelle erreicht?
Bei einem erfolgreichen Fenster 8-18 Monate. Die ersten 3 Monate liegen normalerweise unter den Erwartungen aufgrund mangelnder Bekanntheit.
Welche Produkte haben die höchste Marge für Take-away?
Kaffee (Marge 80%+), Suppen (Marge 70%+) und Gebäck (Marge 60%+) schneiden normalerweise am besten ab. Vermeide Produkte, die viel Verpackung benötigen.
Kann ich die Investition verteilen, um das Risiko zu senken?
Ja, starten Sie mit einer einfachen Öffnung in Ihrer Fassade und grundlegender Verpackung. Investieren Sie in bessere Ausrüstung, wenn der Verkauf anzieht.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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