Streetfood-Margen unterscheiden sich von Restaurant-Margen, da du mit hohen Standgebühren, begrenztem Menü und vielen Bargeldkunden zu tun hast. Die durchschnittlichen Lebensmittelkosten für Streetfood liegen zwischen 25-30%, aber deine Gesamtmarge hängt von deinen täglichen Standgebühren ab. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du deinen tatsächlichen Gewinn pro Gericht berechnest.
Warum Streetfood anders ist
Bei Streetfood hast du andere Kostenpositionen als ein Restaurant. Du zahlst Standgebühren pro Tag, hast keine festen Kosten wie Miete, aber dafür Transportkosten und begrenzte Lagermöglichkeiten. Das bedeutet, dass deine Margenberechnung anders funktioniert.
💡 Beispiel:
Du verkaufst Pulled-Pork-Burger auf dem Markt für €8,50 pro Stück:
- Zutaten pro Burger: €2,40
- Standgebühren pro Tag: €45
- Erwarteter Verkauf: 60 Burger
- Standgebühren pro Burger: €45 ÷ 60 = €0,75
Gesamtkosten pro Burger: €2,40 + €0,75 = €3,15
Die Streetfood-Margenformel
Für Streetfood verwendest du eine angepasste Formel, da du die festen Tageskosten auf deinen erwarteten Verkauf verteilen musst:
Gesamtkosten pro Produkt = Zutatenkosten + (Tägliche Fixkosten ÷ Erwarteter Verkauf)
Margenprozentsatz = ((Verkaufspreis - Gesamtkosten) ÷ Verkaufspreis) × 100
⚠️ Achtung:
Wenn du weniger verkaufst als erwartet, steigen deine Kosten pro Produkt automatisch. Plane daher konservativ und rechne mit schlechten Tagen.
Tägliche Fixkosten für Streetfood
Deine täglichen Fixkosten bestehen aus verschiedenen Positionen, die du auf deinen Verkauf verteilen musst:
- Standgebühren: €25-€80 pro Tag (abhängig von Markt und Standort)
- Transport: Kraftstoff, Fahrzeugverschleiß (rechne €10-€25 pro Tag)
- Arbeit: dein eigener Stundenlohn × Anzahl der Stunden
- Versicherung: Tagesanteil deiner Haftpflichtversicherung
- Verpackung: Behälter, Servietten, Tüten pro Portion
💡 Beispiel Tageskosten:
- Standgebühren: €45
- Transport: €15
- Arbeit (8 Stunden × €15): €120
- Versicherung: €5
- Verpackung (60 × €0,15): €9
Gesamttageskosten: €194
Bei 60 verkauften Artikeln: €194 ÷ 60 = €3,23 pro Produkt
Break-Even-Punkt berechnen
Dein Break-Even-Punkt ist die Anzahl der Produkte, die du verkaufen musst, um deine Tageskosten zu decken. Das ist für Streetfood entscheidend, da du jeden Tag neu entscheiden musst, ob es sich lohnt zu gehen.
Break-Even = Tägliche Fixkosten ÷ (Verkaufspreis - Zutatenkosten)
💡 Break-Even-Beispiel:
Pulled-Pork-Burger für €8,50, Zutaten €2,40:
- Tageskosten: €194
- Marge pro Burger: €8,50 - €2,40 = €6,10
- Break-Even: €194 ÷ €6,10 = 32 Burger
Du musst mindestens 32 Burger verkaufen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Wetterbedingungen berücksichtigen
Streetfood ist wetterabhängig und saisonal. Rechne daher mit einer Sicherheitsmarge und plane für schlechte Tage. Viele Streetfood-Unternehmer verwenden die 70%-Regel: Rechne mit 70% deiner optimistischen Erwartung.
⚠️ Achtung:
Bei schlechtem Wetter kann dein Verkauf um 50-80% sinken. Stelle sicher, dass dein Break-Even niedrig genug ist, um auch schwächere Tage zu überstehen.
Digitale Hilfsmittel
Das Verfolgen des täglichen Verkaufs und der Kosten ist für Streetfood essentiell. Eine App wie KitchenNmbrs hilft dir, deine Selbstkosten schnell zu berechnen und zu verfolgen, wie viel du pro Markttag wirklich verdienst. So siehst du, welche Märkte und Gerichte am meisten einbringen.
Wie berechnest du die Marge auf Streetfood? (Schritt für Schritt)
Berechne deine Zutatenkosten pro Portion
Addiere alle Zutaten, die in eine Portion gehen: Fleisch, Brot, Gemüse, Saucen, Gewürze. Vergiss nicht das Verpackungsmaterial (Behälter, Serviette, Gabel). Berechne pro Gramm oder pro Stück, was jede Zutat kostet.
Bestimme deine täglichen Fixkosten
Addiere Standgebühren, Transport, deine eigene Arbeit, Versicherung und andere Tageskosten. Das sind Kosten, die du machst, unabhängig davon, wie viel du verkaufst. Teile dies durch deinen realistischen erwarteten Verkauf für diesen Tag.
Berechne deine Gesamtkosten und Marge
Gesamtkosten = Zutatenkosten + (Tageskosten ÷ erwarteter Verkauf). Dein Margenprozentsatz = ((Verkaufspreis - Gesamtkosten) ÷ Verkaufspreis) × 100. Eine gesunde Marge für Streetfood liegt bei 60-70%.
✨ Pro tip
Führe ein Tagebuch über Wetter, Verkauf und Gewinn pro Markt. Nach 2-3 Monaten siehst du Muster und kannst besser einschätzen, welche Tage und Standorte am meisten einbringen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Marge für Streetfood?
Eine gesunde Marge für Streetfood liegt zwischen 60-70%. Das ist höher als bei Restaurants, da du mehr Risiko durch Wetterabhängigkeit und keinen festen Kundenstamm hast.
Wie rechne ich meine eigene Arbeit in die Kosten ein?
Rechne mindestens €12-€15 pro Stunde für dich selbst, auch wenn du es nicht auszahlst. Das gibt dir ein realistisches Bild davon, was du pro Tag wirklich verdienst.
Was ist, wenn ich weniger verkaufe als erwartet?
Dann steigen automatisch deine Kosten pro Produkt, da du die gleichen Tageskosten auf weniger Verkauf verteilst. Plane daher konservativ und halte einen Puffer.
Muss ich die Mehrwertsteuer in meine Berechnung einbeziehen?
Ja, rechne immer mit Preisen ohne Mehrwertsteuer. Für Lebensmittel gilt 19% Mehrwertsteuer, also wird €8,50 inklusive zu €7,14 exklusive Mehrwertsteuer für deine Margenberechnung.
Wie oft sollte ich meine Preise anpassen?
Überprüfe monatlich deine Zutatenpreise und Tageskosten. Streetfood-Kunden sind preisempfindlich, aber du musst profitabel bleiben. Kleine Anpassungen von €0,25-€0,50 fallen weniger auf.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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