Private-Label-Produkte können deine Margen deutlich verbessern, aber nur wenn du die Gesamtkosten richtig berechnest. Viele Gastronomiebetreiber vergessen Entwicklungskosten und rechnen nur mit dem Produktionspreis. So wirkt dein Private Label billiger als es wirklich ist.
Was sind Private-Label-Entwicklungskosten?
Bei Private Label zahlst du nicht nur für das Produkt selbst, sondern auch für seine Entwicklung. Diese Kosten musst du über deine Verkäufe wieder einspielen.
- Rezeptentwicklung: €500 - €5.000 je nach Komplexität
- Verpackungsdesign: €1.000 - €3.000 für Logo und Etiketten
- Erste Produktionsserie: Oft höhere Kosten pro Stück
- Zertifizierungen: HACCP, BRC oder andere Qualitätssiegel
- Testchargen: Testen und Anpassungen
💡 Beispiel:
Du entwickelst deine eigene Hamburger-Sauce. Gesamte Entwicklungskosten:
- Rezeptentwicklung: €1.500
- Verpackungsdesign: €800
- Testchargen: €300
- Zertifizierung: €400
Gesamt: €3.000 an Entwicklungskosten
Die richtige Formel für Private-Label-Kostpreis
Dein echter Einkaufspreis ist höher als nur die Produktionskosten. Verwende diese Formel:
Echter Einkaufspreis = Produktionspreis + (Entwicklungskosten / Erwartetes Volumen)
Das erwartete Volumen ist entscheidend. Je mehr du verkaufst, desto niedriger werden deine Entwicklungskosten pro Stück.
💡 Rechenbeispiel:
Hamburger-Sauce aus vorherigem Beispiel:
- Produktionspreis: €1,20 pro Flasche
- Entwicklungskosten: €3.000
- Erwartetes Volumen Jahr 1: 2.000 Flaschen
Entwicklungskosten pro Flasche: €3.000 / 2.000 = €1,50
Echter Einkaufspreis: €1,20 + €1,50 = €2,70 pro Flasche
⚠️ Achtung:
Wenn du weniger verkaufst als erwartet, werden deine Entwicklungskosten pro Stück höher. Plane daher realistisch und rechne lieber mit einem niedrigeren Volumen als zu optimistisch.
Abschreibungszeitraum festlegen
Du musst nicht alle Entwicklungskosten in Jahr 1 wieder einspielen. Viele Unternehmer verteilen dies über 2-3 Jahre.
- Jahr 1: 50% der Entwicklungskosten
- Jahr 2: 30% der Entwicklungskosten
- Jahr 3: 20% der Entwicklungskosten
Dies gibt dir mehr Spielraum bei der Preisgestaltung, erhöht aber dein Risiko, wenn das Produkt nicht ankommt.
💡 Abschreibungsbeispiel:
€3.000 Entwicklungskosten über 3 Jahre:
- Jahr 1: €1.500 (bei 1.000 Flaschen = €1,50/Flasche)
- Jahr 2: €900 (bei 1.200 Flaschen = €0,75/Flasche)
- Jahr 3: €600 (bei 1.500 Flaschen = €0,40/Flasche)
Dein Kostpreis sinkt jedes Jahr, wenn dein Volumen wächst
Break-Even-Punkt berechnen
Berechne, wie viel du mindestens verkaufen musst, um deine Entwicklungskosten wieder einzuspielen:
Break-Even-Volumen = Entwicklungskosten / (Verkaufspreis - Produktionskosten - Sonstige Kosten)
Dies gibt dir einen Überblick, ob dein Private-Label-Projekt realistisch ist.
KitchenNmbrs und Private-Label-Kostpreise
In KitchenNmbrs kannst du Private-Label-Produkte als Zutat mit deinem echten Einkaufspreis (inklusive Entwicklungskosten) hinzufügen. So siehst du direkt, ob Gerichte mit deinem Private Label profitabler sind als mit A-Marken.
Du kannst auch verschiedene Szenarien durchrechnen: Was wenn du 1.000 Stück verkaufst versus 3.000 Stück? So triffst du bessere Entscheidungen über deine Private-Label-Investitionen.
Wie berechnest du den echten Private-Label-Kostpreis?
Sammle alle Entwicklungskosten
Addiere: Rezeptentwicklung, Verpackungsdesign, Testchargen, Zertifizierungen und eventuell Beratungskosten. Vergiss keine Kostenposition.
Bestimme dein realistisches Verkaufsvolumen
Schätze ein, wie viele Stück du realistisch in Jahr 1 verkaufst. Rechne lieber zu vorsichtig als zu optimistisch. Überprüfe deinen aktuellen Verbrauch ähnlicher Produkte.
Berechne Entwicklungskosten pro Stück
Teile deine gesamten Entwicklungskosten durch dein erwartetes Volumen. Dies gibt dir die Entwicklungskosten pro Produkt, die du wieder einspielen musst.
Addiere zum Produktionspreis
Echter Einkaufspreis = Produktionspreis + Entwicklungskosten pro Stück. Diesen Preis verwendest du für deine Foodcost-Berechnungen und Rezepte.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem kleinen Volumen, um deine Entwicklungskosten niedrig zu halten. Teste erst 500-1000 Stück, bevor du große Investitionen in Rezeptentwicklung und Verpackung tätigst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis sich Entwicklungskosten amortisieren?
Normalerweise 1-3 Jahre, je nach Verkaufsvolumen und Margen. Bei höheren Volumen amortisiert sich schneller. Plane realistisch und rechne mit mindestens 18 Monaten.
Was wenn ich weniger verkaufe als erwartet?
Dann werden deine Entwicklungskosten pro Stück höher und deine Margen niedriger. Deshalb ist es wichtig, vorsichtig zu schätzen und eventuell eine Abschreibungsfrist von 2-3 Jahren einzuplanen.
Kann ich Entwicklungskosten von der Steuer abziehen?
Normalerweise ja als Betriebskosten, aber überprüfe dies mit deinem Buchhalter. Die Abschreibungsweise kann je nach Situation unterschiedlich sein und kann Auswirkungen auf deine Steuererklärung haben.
Wann ist Private Label finanziell interessant?
Wenn dein echter Kostpreis (inklusive Entwicklungskosten) mindestens 20% niedriger ist als dein aktueller Einkauf. Sonst ist das Risiko zu groß für den Vorteil.
Muss ich Entwicklungskosten in meinen Foodcost einrechnen?
Ja, absolut. Sonst wirkt dein Private Label billiger als es ist. Rechne mit deinem echten Einkaufspreis inklusive Entwicklungskosten für eine faire Foodcost-Berechnung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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