Ein Food Truck klingt wie ein Traum: eigener Chef, niedrige Startkosten, Freiheit. Aber viele Food-Truck-Unternehmer unterschätzen die Kosten und überschätzen den Umsatz. Mit dieser Berechnung prüfst du, ob dein Konzept rentabel ist, bevor du tausende Euro investierst.
Die Food-Truck-Realitätsprüfung
Food Trucks scheitern oft nicht wegen schlechtem Essen, sondern wegen schlechter Zahlen. Du hast weniger Overhead als ein Restaurant, aber auch einzigartige Kosten, die du einkalkulieren musst.
Schritt 1: Berechne deine Fixkosten pro Monat
Diese Kosten hast du immer, unabhängig davon, wie viel du verkaufst:
💡 Beispiel Fixkosten Food Truck:
- Miete/Leasing Truck: €800
- Versicherung: €200
- Genehmigungen und Lizenzen: €150
- Telefon/Internet: €50
- Buchhalter: €100
- Wartung und Reparaturen: €200
Gesamte Fixkosten: €1.500 pro Monat
Schritt 2: Berechne deine variablen Kosten
Diese Kosten steigen mit deinem Umsatz. Die wichtigsten sind:
- Lebensmittelkosten: Üblich für Food Trucks sind 25-35%
- Kraftstoff: Rechne €15-25 pro Tag Fahrt
- Standplatzkosten: €50-150 pro Tag (je nach Standort)
- Verpackung: €0,30-0,80 pro Bestellung
⚠️ Achtung:
Verpackungskosten werden oft vergessen, können aber 5-8% deines Umsatzes kosten. Rechne dies immer in deine Kostenkalkulation ein.
Schritt 3: Bestimme deinen realistischen Umsatz
Hier geht es oft schief. Viele Anfänger rechnen mit Traumzahlen. Überprüfe diese Punkte:
- Anzahl Arbeitstage: Rechne mit 5 Tagen pro Woche (wetterabhängig)
- Anzahl Bestellungen pro Tag: Starten Sie vorsichtig mit 30-50 Bestellungen
- Durchschnittlicher Bestellwert: €8-15 ist realistisch für die meisten Konzepte
- Jahreszeiten: Winter ist oft 30-50% weniger Umsatz
💡 Realistische Umsatzberechnung:
Konservative Schätzung Food Truck:
- 40 Bestellungen pro Tag × €12 Durchschnitt = €480/Tag
- 5 Tage pro Woche = €2.400/Woche
- 4,3 Wochen pro Monat = €10.320/Monat
- Minus 30% für schlechte Tage/Wetter = €7.224/Monat
Realistischer Monatsumsatz: €7.200
Schritt 4: Berechne deinen Break-Even-Punkt
Jetzt kannst du ausrechnen, ob dein Konzept rentabel ist:
Break-Even-Formel:
Fixkosten / (Umsatz - Variable Kosten) = Break-Even-Umsatz
💡 Break-Even-Berechnung:
Mit den obigen Zahlen:
- Fixkosten: €1.500
- Variable Kosten: 45% des Umsatzes (30% Lebensmittel + 15% sonstige)
- Break-Even: €1.500 / (100% - 45%) = €2.727
Du brauchst mindestens €2.727 Umsatz, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Bei €7.200 Umsatz bleiben dir €2.673 für dich selbst.
Schritt 5: Teste deine Annahmen
Besuche einen Tag lang ähnliche Food Trucks und zähle:
- Wie viele Kunden kommen pro Stunde?
- Was bestellen die Leute durchschnittlich?
- Wie lange dauert eine ruhige vs. geschäftige Zeit?
- Welche Preise verlangen sie?
Die Investition durchrechnen
Neben den monatlichen Kosten brauchst du Startkapital:
- Gebrauchter Food Truck: €15.000-40.000
- Kücheneinrichtung: €5.000-15.000
- Genehmigungen und Inspektionen: €2.000-5.000
- Startbestand und Marketing: €2.000-3.000
- Puffer für erste Monate: €5.000-10.000
⚠️ Achtung:
Rechne mit mindestens 6 Monaten Puffer. Es dauert Zeit, um Stammkunden zu gewinnen und gute Standplätze zu finden.
Alternative Szenarien durchrechnen
Teste verschiedene Szenarien:
- Pessimistisch: 20% weniger Umsatz als erwartet
- Optimistisch: 50% mehr Umsatz nach 6 Monaten
- Saisoneffekt: 3 Monate pro Jahr 50% weniger Umsatz
Wenn dein pessimistisches Szenario immer noch rentabel ist, hast du einen soliden Plan.
Wie berechnest du die Rentabilität? (Schritt für Schritt)
Alle Fixkosten auflisten
Notiere Truck-Leasing, Versicherung, Genehmigungen, Telefon und Wartung. Addiere, was du jeden Monat zahlst, unabhängig von deinem Umsatz. Vergiss keine kleinen Posten wie Buchhalter oder Website.
Berechne den Prozentsatz der variablen Kosten
Addiere Lebensmittelkosten (25-35%), Kraftstoff, Standplatzkosten und Verpackung. Dies gibt dir die gesamten variablen Kosten als Prozentsatz deines Umsatzes. Normalerweise kommst du auf 40-55%.
Schätze realistischen Umsatz ein
Besuche ähnliche Trucks und zähle Kunden. Rechne konservativ: 30-50 Bestellungen pro Tag, 5 Tage pro Woche. Ziehe 30% für schlechtes Wetter und ruhige Zeiten ab.
Berechne Break-Even-Punkt
Teile deine Fixkosten durch deinen Gewinnmargenprozentsatz (100% minus variable Kosten). Dies ist dein Mindestumsatz, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Überprüfe, ob dies realistisch ist.
Teste verschiedene Szenarien
Berechne, was passiert bei 20% weniger Umsatz, schlechten Wetterbedingungen oder höheren Kraftstoffpreisen. Wenn dein schlechtestes Szenario immer noch rentabel ist, kannst du starten.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem Tag pro Woche an einem guten Standort, um deine Zahlen zu testen. Besser ein Tag rentabel als fünf Tage mit Verlust.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Umsatz macht ein durchschnittlicher Food Truck pro Monat?
Erfolgreiche Food Trucks machen €8.000-15.000 pro Monat, aber viele Anfänger starten bei etwa €5.000-7.000. Es hängt vom Standort, Konzept und der Anzahl der Arbeitstage ab.
Was sind die größten Kostenpositionen für einen Food Truck?
Lebensmittelkosten (25-35%), Truck-Leasing/Abschreibung (€600-1200), Kraftstoff (€300-600) und Standplatzkosten (€200-800) sind normalerweise die größten Posten. Verpackung wird oft unterschätzt, kostet aber €150-400 pro Monat.
Wie viel Startkapital brauche ich mindestens?
Rechne mit €25.000-60.000 insgesamt. Das ist Truck, Einrichtung, Genehmigungen und 6 Monate Puffer. Gehe nicht zu knapp, denn es dauert Zeit, um Stammkunden aufzubauen.
Wann bin ich mit meinem Food Truck break-even?
Die meisten Food Trucks sind nach 6-12 Monaten auf monatlicher Basis break-even. Die Amortisation deiner Investition dauert normalerweise 2-4 Jahre, je nach deiner Gewinnmarge und Startkosten.
Wie überprüfe ich, ob meine Standorte rentabel genug sind?
Berechne Umsatz pro Stunde pro Standort. Du brauchst mindestens €60-80 pro Stunde, um deine Kosten zu decken. Standorte unter €40 pro Stunde sind normalerweise nicht rentabel.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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