Kosteneinsparungen haben nicht immer die gleiche Auswirkung auf dein Nettoeinkommen. Ein Euro weniger für Zutaten wirkt sich anders aus als ein Euro weniger für Energie oder Personal. Durch die Berechnung der Auswirkungen pro Euro Kosteneinsparung siehst du, wo deine Bemühungen am meisten bringen.
Warum Kosteneinsparungen unterschiedlich wirken
Nicht alle Kostenstellen haben die gleiche Auswirkung auf deinen Gewinn. Das liegt an:
- MwSt.-Effekte: Einige Kosten sind inklusive MwSt., andere exklusive
- Häufigkeit: Tägliche Kosten (Zutaten) vs. monatliche Kosten (Miete)
- Variabilität: Kosten, die mit dem Umsatz schwanken, vs. Fixkosten
💡 Beispiel:
Restaurant mit €50.000 Monatsumsatz spart €500:
- Bei Zutaten: Direkt €500 mehr Gewinn
- Bei Energiekosten: €500 mehr Gewinn, aber schrittweise
- Bei Miete: €500 mehr Gewinn, aber einmaliger Effekt
Die Auswirkung unterscheidet sich je nach Kostenart
Die Auswirkungsformel pro Kostenstelle
Für jede Kosteneinsparung berechnest du die Netto-Auswirkung auf Jahresbasis:
Jahresauswirkung = Monatseinsparung × 12 × (1 - MwSt.-Effekt)
- Zutatenkosten: MwSt.-Effekt = 0 (du zahlst 9% MwSt., aber das zählt nicht für den Gewinn)
- Energiekosten: MwSt.-Effekt = 0,21 (21% MwSt., die du zurückfordern kannst)
- Mietkosten: MwSt.-Effekt = 0,21 (wenn der Vermieter MwSt. berechnet)
💡 Beispielberechnung:
€300 weniger Energiekosten pro Monat:
- Bruttoeinsparung: €300 × 12 = €3.600
- MwSt. zurück: €3.600 × 0,21 = €756
- Tatsächliche Einsparung: €3.600 - €756 = €2.844
Nettoeffekt: €2.844 pro Jahr
Prioritätsmatrix für Kosteneinsparungen
Ordne deine möglichen Einsparungen nach Auswirkung pro Euro Aufwand:
💡 Beispiel Prioritäten:
Restaurant mit €40.000 Monatsumsatz:
- Höchste Auswirkung: Foodcost von 35% auf 32% = €14.400/Jahr
- Mittlere Auswirkung: Energiekosten -10% = €2.400/Jahr
- Niedrigste Auswirkung: Telefonkosten -€50/Monat = €600/Jahr
Konzentriere dich zuerst auf Foodcost-Optimierung
Foodcost hat die größte Hebelwirkung
Bei den meisten Restaurants hat Foodcost-Optimierung die größte Auswirkung:
- Direkte Auswirkung auf jeden Verkauf
- Keine MwSt.-Komplikationen
- Täglich zu beeinflussen
- Skaleneffekt bei höherem Umsatz
⚠️ Achtung:
Berechne immer die realistische Einsparung. Ein Foodcost von 35% auf 20% ist normalerweise nicht ohne Qualitätsverlust erreichbar.
Berechnung pro Kostenart
Zutatenkosten (Foodcost):
Auswirkung = (Aktueller Foodcost % - Neuer Foodcost %) × Jahresumsatz exkl. MwSt.
Energiekosten:
Auswirkung = Monatseinsparung × 12 × 0,79 (nach MwSt.-Effekt)
Personalkosten:
Auswirkung = Stundenlohneinsparung × Arbeitsstunden pro Jahr × 1,3 (inklusive Arbeitgeberabgaben)
💡 Praktisches Beispiel:
Bistro mit €500.000 Jahresumsatz vergleicht Optionen:
- Foodcost 33% → 30% = €13.761 Gewinn/Jahr
- Energie -€200/Monat = €1.896 Gewinn/Jahr
- 1 Stunde weniger Personal/Tag = €15.600 Gewinn/Jahr
Personaloptimierung gewinnt, dann Foodcost
Umsetzung und Überwachung
Nach deiner Berechnung:
- Starte mit der größten Auswirkung, die realistisch erreichbar ist
- Messe monatlich, ob du die angestrebte Einsparung erreichst
- Passe an, wenn die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben
- Kombiniere nie alle Einsparungen gleichzeitig (zu viel Veränderung)
Ein Tool wie KitchenNmbrs hilft bei der Überwachung von Foodcost-Optimierungen und zeigt direkt, welche Auswirkung es auf deine Margen hat.
Wie berechnest du die Auswirkung von Kosteneinsparungen? (Schritt für Schritt)
Inventarisiere alle möglichen Einsparungen
Erstelle eine Liste aller Kostenstellen, wo du sparen kannst. Notiere pro Stelle, wie viel du realistisch pro Monat sparen kannst. Konzentriere dich auf die größten Kostenstellen: Zutaten (Foodcost), Personal und Energie.
Berechne die Netto-Jahresauswirkung pro Einsparung
Multipliziere jede Monatseinsparung mit 12. Ziehe MwSt. ab, wo zutreffend (21% auf Energie, Miete). Für Foodcost: Berechne (aktueller % - neuer %) × Jahresumsatz exkl. MwSt.
Ordne nach Auswirkung und Machbarkeit
Sortiere alle Einsparungen nach Netto-Jahresauswirkung. Überprüfe, welche realistisch ohne Qualitätsverlust erreichbar sind. Starte mit der höchsten Auswirkung, die du sicher realisieren kannst.
✨ Pro tip
Konzentriere dich auf Einsparungen, die du messen und beeinflussen kannst. Foodcost kannst du täglich anpassen, Energiekosten nur langfristig.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Kosteneinsparung hat normalerweise die größte Auswirkung?
Foodcost-Optimierung hat oft die größte Auswirkung, weil sie jeden Verkauf beeinflusst. Eine Senkung um 2-3 Prozentpunkte kann je nach Umsatz tausende Euro pro Jahr sparen.
Muss ich MwSt. in meine Berechnung einbeziehen?
Ja, bei Energiekosten und Miete kannst du oft 21% MwSt. zurückfordern, also ist die tatsächliche Einsparung niedriger. Bei Zutaten (9% MwSt.) rechnest du mit dem Preis exkl. MwSt. für deinen Foodcost.
Kann ich alle Einsparungen gleichzeitig durchführen?
Nicht ratsam. Zu viele Veränderungen gleichzeitig können deinen Betrieb stören. Starte mit der größten Auswirkung und führe alle 2-3 Monate eine neue Einsparung ein.
Wie weiß ich, ob meine Einsparung realistisch ist?
Überprüfe Branchenbenchmarks. Foodcost unter 25% ist oft unrealistisch, über 35% zu hoch. Energieeinsparungen von mehr als 20% sind normalerweise ohne große Investitionen nicht erreichbar.
Was ist, wenn meine berechnete Einsparung nicht eintritt?
Messe monatlich deinen Fortschritt und passe an. Oft sind Einsparungen in der Praxis 20-30% niedriger als berechnet, wegen unvorhergesehener Effekte oder Umsetzungsproblemen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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