📝 Grundwissen und Formeln · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie bestimme ich den Preis eines Gerichts mit...

📝 Von Jeffrey Smit · aktualisiert 07 Apr 2026

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Tagespreis-Produkte wie frischer Fisch machen die Preisgestaltung schwierig. An einem Tag zahlst du €18 pro Kilo, am nächsten €25. Viele Restaurantbetreiber schätzen dann einfach, aber das kostet dir Geld.

Tagespreis-Produkte wie frischer Fisch machen die Preisgestaltung schwierig. An einem Tag zahlst du €18 pro Kilo, am nächsten €25. Viele Restaurantbetreiber schätzen dann einfach, aber das kostet dir Geld. In diesem Artikel lernst du, wie du systematisch mit schwankenden Einkaufspreisen umgehen kannst.

Warum Tagespreis-Produkte schwierig sind

Bei Tagespreis-Produkten ändern sich deine Einkaufskosten ständig. Wenn du deinen Menüpreis nicht anpasst, schwankt deine Foodcost auf demselben Gericht zwischen 25% und 45%. Das ist unhaltbar für deine Rentabilität.

? Beispiel:

Du verkaufst Seebarschfilet für €28,00 (inkl. 9% MwSt.):

  • Verkaufspreis ohne MwSt.: €25,69
  • Bei €20/kg Einkauf: Foodcost 31%
  • Bei €30/kg Einkauf: Foodcost 47%

Unterschied: 16 Prozentpunkte!

Drei Strategien für Tagespreis-Produkte

Es gibt drei Möglichkeiten, damit umzugehen. Jede Strategie hat Vor- und Nachteile:

Strategie 1: Feste Marge mit variablem Preis

Du hältst deinen Foodcost-Prozentsatz konstant und passt deinen Verkaufspreis täglich an. Das gibt die beste Rentabilität, erfordert aber mehr Kommunikation mit den Gästen.

? Beispielberechnung:

Gewünschte Foodcost: 30%

  • Einkauf €20/kg → Verkaufspreis €24,24 ohne MwSt. → €26,42 inkl.
  • Einkauf €30/kg → Verkaufspreis €36,36 ohne MwSt. → €39,64 inkl.

Formel: Verkaufspreis ohne MwSt. = (Ingredienzikosten / Foodcost %) × (1 + MwSt.%)

Strategie 2: Fester Preis mit variabler Marge

Du hältst deinen Menüpreis konstant und akzeptierst schwankende Margen. Das ist am einfachsten für die Gäste, aber riskant für deinen Gewinn.

⚠️ Achtung:

Bei dieser Strategie kannst du unbemerkt Verluste auf Gerichten machen. Überprüfe wöchentlich, ob deine Foodcost nicht über 40% steigt.

Strategie 3: Hybrid-Ansatz

Du arbeitest mit einer Bandbreite. Innerhalb bestimmter Grenzen akzeptierst du schwankende Margen, außerhalb passt du den Preis an.

  • Foodcost zwischen 28-35%: Preis bleibt gleich
  • Foodcost über 35%: Preis erhöht
  • Foodcost unter 25%: Eventuell Preis gesenkt für Wettbewerbsfähigkeit

Praktische Umsetzung pro Strategie

Für Strategie 1 (feste Marge)

Du brauchst täglichen Kontakt mit deinem Lieferanten für aktuelle Preise. Berechne jeden Morgen deinen neuen Verkaufspreis und kommuniziere dies an dein Team.

? Praxisbeispiel:

Restaurant De Pier arbeitet so mit frischem Fisch:

  • 9:00 - Lieferant ruft mit Tagespreisen an
  • 9:15 - Neue Preise berechnet und auf Tafel geschrieben
  • Service informiert über Änderungen

Für Strategie 2 (fester Preis)

Überwache wöchentlich deine durchschnittliche Foodcost. Wenn diese strukturell über 35% liegt, musst du deinen festen Preis anpassen.

Für Strategie 3 (Hybrid)

Überprüfe täglich den Einkaufspreis und berechne deine Foodcost. Nur bei extremen Ausreißern passt du den Preis an.

Kommunikation mit den Gästen

Transparenz funktioniert am besten. Gäste verstehen, dass frischer Fisch täglich im Preis schwankt, wenn du es ehrlich erklärst.

  • Auf der Karte: "Seebarsch des Tages - Tagespreis"
  • Service: "Frischer Seebarsch kostet heute €28,50"
  • Tafel: Tagesfrischer Fisch mit aktuellen Preisen

⚠️ Achtung:

Erwähne immer, dass es sich um Tagespreise handelt. Gäste, die von einem anderen Preis überrascht werden als erwartet, kommen nicht zurück.

Welche Strategie passt zu deinem Betrieb?

Die Wahl hängt von deiner Zielgruppe und deinem Konzept ab:

  • Fine Dining: Strategie 1 (feste Marge) - Gäste akzeptieren Tagespreise
  • Bistro/Brasserie: Strategie 3 (Hybrid) - Balance zwischen Stabilität und Gewinn
  • Casual Dining: Strategie 2 (fester Preis) - Gäste wollen Sicherheit

Ein System wie KitchenNmbrs kann dir helfen, schnell neue Preise zu berechnen und deine Foodcost zu verfolgen, unabhängig davon, welche Strategie du wählst.

Wie legst du Preise für Tagespreis-Produkte fest?

1

Wähle deine Strategie

Entscheide, ob du mit festen Margen (Preis variiert), festen Preisen (Marge variiert) oder einem Hybrid-Ansatz arbeitest. Das hängt von deinem Konzept und deiner Zielgruppe ab.

2

Berechne deine Vollkostpreis

Addiere alle Zutaten: Hauptprodukt, Beilage, Saucen, Öl. Vergiss nicht, den Schnittabfall bei Fisch und Fleisch einzurechnen.

3

Bestimme deinen Verkaufspreis

Bei fester Marge: Teile Kostpreis durch gewünschten Foodcost-Prozentsatz. Bei festem Preis: Überprüfe, ob deine Foodcost unter 35% bleibt.

4

Kommuniziere klar mit den Gästen

Vermerke auf deiner Karte, dass es sich um Tagespreise handelt. Lasse dein Service-Personal die aktuellen Preise nennen, bevor Gäste bestellen.

5

Überwache und passe an

Überprüfe wöchentlich deine durchschnittliche Foodcost. Bei strukturellen Abweichungen passt du deine Strategie oder deinen Basispreis an.

✨ Pro tip

Führe ein Logbuch über Einkaufspreise und deine gewählten Verkaufspreise. Nach einem Monat siehst du Muster und kannst besser einschätzen, wann Preisanpassungen nötig sind.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich meine Preise bei Tagespreis-Produkten anpassen?
Das hängt von deiner Strategie ab. Bei festen Margen täglich, bei festen Preisen nur bei extremen Ausreißern. Der Hybrid-Ansatz liegt dazwischen.
Was ist eine akzeptable Foodcost für Fischgerichte?
Für frischen Fisch sind 28-35% üblich. Durch Schnittabfall und Verderb liegt dies oft höher als bei anderen Produkten. Über 40% wird es schwierig.
Wie erkläre ich schwankende Preise den Gästen?
Sei transparent: "Unser Fisch ist tagfrisch und der Preis hängt vom Fang ab." Vermerke dies auf deiner Karte und lasse das Service-Personal immer den aktuellen Preis nennen.
Kann ich Tagespreis-Produkte mit festen Gerichten kombinieren?
Ja, das machen viele Restaurants. Feste Gerichte geben Stabilität, Tagespreis-Produkte Flexibilität. Achte darauf, dass der Unterschied auf deiner Karte klar ist.
Was ist, wenn mein Lieferant den Preis erst spät durchgibt?
Treffe Absprachen über Timing. Viele Restaurants erhalten Preise vor 10:00, damit sie noch anpassen können. Sonst arbeitest du mit einem Hybrid-Modell mit größerer Bandbreite.
Muss ich MwSt. in meine Kostprisberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Dein Menükartenpreis ist inkl. 9% MwSt., aber für Foodcost berechnest du: Ingredienzikosten geteilt durch Verkaufspreis ohne MwSt.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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